Review: Neil Young & Crazy Horse – COLORADO

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Review: Neil Young & Crazy Horse – COLORADO

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Neil Young Colorado

Neil Young spielt wieder mit seiner Band, es geht um alles

„I’ve seen old white guys tryin’ to kill mother nature“, weiß Neil Young zu berichten. Jetzt ist er selbst ein alter weißer Kerl, aber nicht so. ›She Showed Me Love‹ ist ein fast 14-minütiger, scheppernder, windschiefer, gitarrenquietschender, also typischer Neil-Young-Mammutsong, auf dem er sich auf die Seite der Jungen stellt. Schmelzende Polkappen und Superstürme sind für die keine Probleme mehr, die man auf die Zukunft schieben sollte, und darum geht’s auf dem ersten Album seit sieben Jahren, das der Songwriter mit Crazy Horse aufgenommen hat, mehr als einmal. „We heard the warning calls, ignored them/We watched the weather change/We saw the fires and floods“, klagt er in ›Green Is Blue‹. Wir sehen das Unheil auf uns zukommen, verblüfft von der eigenen Untätigkeit. Und jetzt? Die bedrohlich daherschreitenden ›Help Me Lose My Mind‹ und ›Shut It Down‹ wollen den eigenen Geist oder gleich das „ganze System“ zerstören. Alles vergessen, zerschlagen, radikal neu anfangen. Hoffnung machen die Jungen, die, die demonstrieren, sich beschweren, „trying to save mother nature“.

Gegen diejenigen, die sagen, dass nicht genug Platz für alle da ist, und sich deshalb einmauern wollen, fährt der Kanadier das trotzige Buntheitsmanifest ›Rainbow Of Colors‹ auf: „No one’s gonna whitewash these colors away“. Oft dominieren die Gitarren von Young und Neumitglied Nils Lofgren, auf ›Eternity‹ spielt sich das Klavier nach vorne. Wenn Young da „woke up this morning in a house of love“ singt, dann ist das der tröstendste Song, der sich denken lässt. Am Ende, im ganz zarten ›I Do‹, wird ihm, von wem, weiß man nicht genau, versichert, dass letztendlich doch alles gut bleiben wird. Er fragt sich selbst, warum er das glaubt. Aber er tut es.

8/10

Neil Young & Crazy Horse
COLORADO
REPRISE/WARNER

1 Kommentar

  1. Neil Young ist immer für eine Überraschung gut. Vor ein paar Jahren gab er in der Waldbühne ein grandioses Best of mit einer tollen Band. Ich danke ihm immer noch für Heart of Gold, was mir als 17 Jährigem das Herz meiner großen Liebe einbrachte, als ich es selber mit Mundharmonika darbot.

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