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Neil Young – BLUENOTE CAFÉ

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neil youngRare Live-Aufnahmen von Ende der 80er – mit Bläsergruppe.

Die 80er waren kein leichtes Jahrzehnt für Neil Young-Fans. Der Kanadier legte einige Richtungswechsel hin, unternahm etwa Ausflüge in Elektro und Rockabilly. Gegen Ende der Dekade war er mit den Bluenotes unterwegs, einer Begleitcombo aus Crazy Horse-Mitgliedern, erweitert um eine Bläsersektion. Ebenjene Zeit dokumentiert vorliegende Live-Sammlung, die der gute Neil aus seinem Archiv gezaubert hat. BLUENOTE CAFÉ enthält 21 Songs, aufgenommen während Youngs Nordamerika-Tournee in den Jahren 1987 und 1988, auf der er sein Album THIS NOTE’S FOR YOU vorstellte. Sechs Stücke aus selbigem Studiowerk finden sich hier, dazu gibt es rare, teils nie offiziell veröffentlichte Tracks wie die im Bluesrock verwurzelten ›Soul Of A Woman‹, ›Ain’t It The Truth‹, ›I’m Goin’‹ und das etwas alberne ›Dog House‹ mit eingespieltem Hundegebell. Ungewöhnlich für Young: Die Musik watet knietief in Soul, Blues und Jazz. Nun hat es seiner Musik sicher nie an Soul gefehlt, allerdings hat er sich selten dessen musikalischer Mittel bedient. Die satten Bläserarrangements und Saxofonsoli auf BLUENOTE CAFÉ werden nicht allen Fans zusagen. Zuweilen gerät der Soulrock etwas zu brachial – dann wieder verliert Young sich arg in Bluesrock-Spielereien. Daneben gibt es aber auch echte Highlights: Die epische Fassung von ›Ordinary People‹ ist eine wahre Urgewalt, ›Crime In The City‹ kommt im klassischen, alles niederreißenden Crazy-Horse-Sound daher – und das gespenstische, fast 20-minütige ›Tonight’s The Night‹ samt schepperndem Gitarrensolo am Ende ist sowieso unbezwingbar.

Neil Young
BLUENOTE CAFÉ
Reprise/Warner
7/10

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