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    Review: Kurt Cobain – MONTAGE OF HECK: THE HOME RECORDINGS

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    Review: Kurt Cobain – MONTAGE OF HECK: THE HOME RECORDINGS

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    kurt cobainAkustisches Tagebuch eines wirren Geistes.

    Mit „Monatge Of Heck“ lieferte Regisseur Brett Morgan eine der Mu­­sikdokumentationen des Jahres: Ein einfühlsamer und gleichzeitig sehr ehrlicher Blick auf Cobain, der die Grunge-Ikone nicht als schillernde Glanzfigur, sondern als einen sehr unsicheren und scheuen Menschen zeigt, der mit sich selbst und seiner Umgebung nicht zurecht kam. Mit MONTAGE OF HECK: THE HOME RECODINGS er­­scheint nun der Soundtrack zur Doku, zusammengestellt aus alten Songs, Demos und Soundspielerein, die Cobain allein mit einem Kassettenrecorder aufgenommen hat. Wichtig ist hier besonders die Herangehensweise an das Werk. Denn wer hier ein klassisches Soloalbum des verstorbenen Nirvana-Frontmanns erwartet, wird enttäuscht werden. Natürlich finden sich hier viele Song­schnipsel und Rohfassungen von späteren Nirvana-Tracks wie ›Been A Son‹ und ›Something In The Way‹ aus NEVERMIND und ›Frances Farmer Will Have Her Revenge On Seattle‹ aus IN UTERO sowie bis dato unveröffentlichte frühe Demos wie das monoton depressive ›Clean Up Before She Comes‹ oder das scheppernde ›What Else Can I Say‹. Die Tonqualität ist grauenvoll, doch was soll man auch von Kassettenaufnahmen erwarten? Das macht die Songs noch sympathischer. Wirklich verstörend sind jedoch die Schnipsel, die immer wieder zwischen den einzelnen Demos beigemischt sind. Cobain spielt hier mit Stimmverzerrern, bietet Dialoge zwischen Piepsstimme und tiefem Barriton. Im Track ›Beans‹ quietscht er scheinbar im Drogenrausch eine Geschichte über einen nackten Mann, der durch den Verzehr von Bohnen und Wein glücklich wurde… Mindestens die Hälfte der „Deluxe Edition“ besteht aus diesen skurrilen Aufnahmen, die den wirren Geist des Nirvana-Sängers widerspiegeln. Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander, was diese Aufnahmen im Falle Cobains mehr als deutlich beweisen. Ein lockeres Durchhörvergnügen ist MONTAGE OF HECK dadurch natürlich nicht, auch kein wirkliches Album, vielmehr ein Zeitdokument und akustisches Tagebuch, das einen ungeschminkten Blick ermöglicht.

    Kurt Cobain
    MONTAGE OF HECK: THE HOME RECORDINGS
    Universal
    Keine Wertung

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