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Lenny Kravitz – RAISE VIBRATION

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Lenny Kravitz Raise Vibration

Sanftes Wach-Grooven statt -Rütteln.

Lenny Kravitz hat – und da spricht er einem schon mal aus der Seele – die Schnauze gehörig voll von diesem Jammertal, das wir Welt nennen. Rassismus, Krieg, Ausgrenzung. ›It’s enough‹, meint der mehr als rüstige Mittfünfziger und läutet auf seiner neuen Platte nochmal verstärkt die musikalisch divers nuancierten „Let Love Rule“-Glocken. Nachdem er sein Werk mit dem ziemlich coolen ›We Can Get It All Together‹ eröff­net, das vom Vibe her positiv an seine BAPTISM-Zeiten erinnert, folgen Ergüsse wie „the war won’t stop as long as we keep dropping bombs“ in ›Who Really Are The Monsters‹. Keine allzu brillante Er­­kenntnis, aber das Mantra passt zur elektronischen Stakkato-Atmosphäre der Nummer, also lässt man ihm das als Stilmittel durchgehen. Rhythmus vor Text. Generell groovt und soult Kravitz auf RAISE VIBRATION gewohnt ausgiebig, mit ›Here To Love‹ hat er sich eine obligatorische Bombastballade gebastelt, bei der man ihn schon sieht, wie er sich mit dramatisch angespannter Brustmuskulatur hin­ter seinen lackweißen Flügel schnallt und die große Botschaft von Liebe statt Hass in tränenfunkelnde Damenaugen hineintrötet. Dass er den Schnulz beherrscht, ist kein Geheimnis, mehr Schubkraft wie im Titeltrack oder Funk wie in ›The Majesty Of Love‹, zu dem man mit kessen Tanz­schritten den Fußboden wienern kann, bzw. eine zügige, rifflastige Rocknummer mehr hätte der Platte noch weitere Glanzpunkte verpasst. Or­­dent­lich auf den Putz hauen konnte dieser Kravitz ja schon auch immer gut, ohne große Partykracher bleibt RAISE VIBRA­TION eben nahtlos im ent­spannten Flow.

7/10

Lenny Kravitz
RAISE VIBRATION
BMG/WARNER

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