Review: Glen Hansard – THIS WILD WILLING

Glen Hansard This Wild Willing

Ein Lied will nur, dass man es hört.

Eine akustische Platte mit spärlicher Instrumentierung sollte es werden, das vierte Soloalbum des The-Fra­mes-Sängers Glen Hansard. Letz­terer, bekannt geworden als Straßen­musiker im Film „Once“, dessen ›Falling Slowly‹ 2007 mit einem Oskar prämiert wurde, kam dazu für einige Zeit nach Paris. Einige Songs wurden dort komplett geschrieben, andere begonnen und etliche sogar vollendet. Einige blieben auf der Strecke, andere wurden komplett überarbeitet. Paris, ein Strom von Gedanken und Erinnerungen. Ur­­sprünglich geplant für einige wenige Begleiter, ist jeder Tag im Studio ungeschrieben, definiert durch eine Offenheit, eine Bereitschaft, dem Geist des Augenblicks zu folgen, wohin er auch führen mag. „Wenn man sich mit großartigen Musikern umgibt und sein Bestes tut, um Schritt zu halten, locker zu bleiben, wenig Orientierung zu geben und jedem zu erlauben, das einzubringen, was er mitbringt, kann etwas Transformatives passieren“, erklärt Hansard. ›Weight Of The World‹, ein Lied über Trennungen und die Erkenntnis, dass man im täglichen Leben von jemandem keinen Platz mehr hat, ›Don’t Settle‹ („Kein Neid, keine Wut, keine Grau­samkeit, kein Bedauern“), ›Good Life Of Song‹, ›Fools Game‹ und ›Race To The Bottom‹ – sie alle funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Ver­haltener Beginn trifft auf Phil Spector. Hansard hat also eine Herbst-Platte gemacht, die im Frühling heraus kommt. Und doch klingt sie wie welke Blumen, nach langen Schatten, nach Tau am Mor­gen. Es ist eine schöne, oftmals traurige und un­­endlich weite Platte. Eine, deren Musik für dich von Nutzen sein kann. Eine Liebeserklärung, ein Ge­dicht, das gesungen wird.

8/10

Glen Hansard
THIS WILD WILLING
ANTI/INDIGO

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