Review: Ghost – PREQUELLE

-

Review: Ghost – PREQUELLE

- Advertisment -

Ghost Prequelle

Die Oper des Phantoms: Forges Neunte.

Menschen, die den Wert einer CD anhand der Relation von Preis zu Spielzeit bemessen, werden, wie seinerzeit beim nicht einmal 37 Minuten langen IS THIS IT der Stro­kes, erst einmal schlucken: PREQUELLE bleibt deutlich unter einer Dreiviertelstunde und enthält zehn Titel, gegliedert in ein Intro, zwei Ins­trumentals und sieben „normale“ Tracks. Preis-Leistungsverhältnis also beängstigend? Falsche Frage! Die Mittel der Algebra greifen nicht bei Musik. PREQUELLE ist mehr als ein weiteres Album einer weiteren Band, es ist das Album der Band. Das Statement, auf das alle gewartet haben. Das Opus Magnum, das Weichen stellen wird. Wie kann ein Werk diesem Anspruch ge­­recht werden? Indem es schlicht über sich hinauswächst. PREQUELLE ist Tobias Forges bis dato meisterhaftestes Metal-Musical, eine misanthropische Mittelalter-Moritat, die uns mit offenkundigen Parallelen zum Zeitgeschehen den Spiegel der Erkenntnis vorhält. Forge zieht alle Register beim Designen seiner monumentalen Hymnen, deren Hitpotenzial nur noch mit dem der ebenso zwischen Endorphin-Rausch und zartbitterer Melancholie oszillierenden All­time-Klassiker seiner Landsmänner und -frauen von ABBA zu vergleichen ist. 80er-Jahre-Riffs, Back­ground-Vocals, Glam-Pose, Artrock-Pathos, Piano, die obligatorische Orgel: Minutiös aufeinander abgestimmte Elemente fügen sich hier zu einer Kathedrale purer Erhabenheit zusammen. Mit seinem Spannungsbogen vom wütenden Vintage-Faucher ›Rats‹ über den Highschool-Breakup-Disco-Floorfiller ›Dance Macabre‹ bis hin zum wahrhaft ätherischen Requiem ›Life Eternal‹ gerät PREQUELLE zu einem Gesamt­kunstwerk, das Ghost endgültig in den Rang internationaler Superstars erheben sollte. Und wer bisher nicht an die potenzielle Durch­schlagskraft von Instrumentalstücken geglaubt hat: ›Miasma‹ wird Euch mit seinem sensationellen Sax-Satz bekehren!

10/10

Ghost
PREQUELLE
SPINEFARM/UNIVERSAL

2 Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Was machen eigentlich Praying Mantis?

TIME TELLS NO LIES von Praying Mantis feiert heuer 40-jähriges Jubiläum. Einen Geburtstag, den das sogenannte NWOBHM- Genre schon...

The Dead Daisies: Neue Single ›Like No Other‹ mit Videospiel

Die Dead Daisies legen die Latte ein Stück höher. So wird ihr letztes Album HOLY GROUND nicht nur von...

So klingt CLASSIC ROCK #100

In unserer immer aktuell zusammengestellten Playlist des Monats hört ihr, wie die aktuelle Ausgabe von CLASSIC ROCK, unsere Jubiläumsausgabe,...

Bluesrock für die Ewigkeit: The Allman Brothers Band mit ›Whipping Post‹

Der Bluesrock ist im Wesentlichen das Herz des Rock’n’Roll. Seit Albert King und Andere die Musik ihrer Ahnen mit...
- Werbung -

Metallica: Fleißig während des Lockdowns

HARDWIRED... TO SELF-DESTRUCT erschien 2016. Vielleicht legen Metallica bald den Nachfolger vor. Dem Podcast "The Fierce Life" gegenüber erwähnten Metallica...

Die wahren besten Alben der 80er: U2 – WAR

Mit ihrem Drittwerk setzten sich U2 das Ziel, das ab­­­zustreifen, was Bono als das „nette Image“ der Dubliner wahrnahm...

Pflichtlektüre

„Gutterdämmerung“: Film mit Lemmy und Iggy Pop kommt nach Deutschland

Im Mai wird der hochkarätig besetzte Rockstreifen samt Liveband...

CLASSIC ROCK Adventskalender: Türchen 6

Heute wünschen wir von CLASSIC ROCK euch allen einen...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen