Review: Flying Colors – THIRD DEGREE

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Review: Flying Colors – THIRD DEGREE

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Flying Colors Third Degree

Reißbrettchemie

Wenn in der Chemie bestimmte Elemente miteinander vermengt werden, dann entsteht daraus oftmals eine explosive Mischung – überträgt man selbiges Verfahren auf die Musik, dann entsteht daraus Flying Colors. Die ursprünglich von Produzent Bill Evans am Reißbrett entwickelte Supergroup hat sich nach und nach zu einer echten Band gemausert. Eingespielt von Gitarrist Steve Morse (Deep Purple, Dixie Dregs, Ex-Kansas), Keyboarder Neal Morse (Transatlantic, Ex-Spock’s-Beard), Drummer Mike Portnoy (Transatlantic, Ex-Dream-Theater), Bassist Dave LaRue (Dixie Dregs) und Sänger/Songwriter Casey McPherson (Aplha Rev, The Sea Within), ist THIRD DEGREE nach fünfjähriger Pause der dritte Studio-Output der über den ganzen Globus verstreuten Truppe. Das Album entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg, weil abermals eine Menge an organisatorischem Aufwand nötig war, um alle Bandmitglieder gleichzeitig in einen Raum zu bekommen. Flying Colors bedienen eine Schnittmenge von progressiven Hardrock-Elementen mit ausreichend Singer/Songwriter-Pop-Appeal (›Love Letter‹ klingt unüberhörbar nach den Beach Boys) und jazzigen Anleihen (›Geronimo‹). Insbesondere auf den zwei Long-Tracks, ›Last Train Home‹ und ›Crawl‹, sowie auf der intensiven, düsteren „Single“ ›More‹ rast der Progressive-Zug mit dem Quintett unaufhaltbar voran. Für das Riff des Openers, ›The Loss Inside‹, hätten Deep Purple auf ihrem letzten Tonträger einiges gegeben. Und Dream Theater für die Stimme von McPherson, dessen Organ weit weniger malträtiert klingt als das von James LaBrie. ›Cadence‹ erinnert entfernt an proggige Kansas, ›Guardian‹ ist hochqualifizierter Pop (mit angedeutetem ›Run To The Hills‹-Riff), ›You Are Not Alone‹ eine leicht kitschige, aber dennoch tolle Ballade. Eine leichte Schwäche ist ›Geronimo‹, der Rest ist nahezu perfekt. Mit großem Abstand das Beste, was die beteiligten Musiker in den letzten 25 Jahren abgeliefert haben.

9/10

Flying Colors
THIRD DEGREE
MUSIC THEORIES/MASCOT/ROUGH TRADE

1 Kommentar

  1. ähm, ja. ich tue mich mit dieser rezension also doch sehr schwer. flying colors sind grossartig. -wenn man die ersten beiden alben betrachtet. das 3. enttäuscht mich aber leider sehr. den jungs scheint die inspiration abhanden gekommen zu sein. kein einziger grossartiger song darauf, jeder vormals spannende, wird folgend auf langweilig umgedreht.
    wie man darauf kommt, die platte als bestes material der letzten 25 jahre der beteiligten hinzustellen, ist mir also sehr schleierhaft. denn ich kenne von jedem einzelnen grossartigstes. aber leider nicht auf third degree.

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