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Doyle Bramhall II – SHADES

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Doyle Bramhall II Shades

Späte Würden eines Weitgereisten.

Sehnsüchtig, furios, elegant: In diesem Dreieck ist das Blues-Verständ­nis von Doyle Bramhall II angesiedelt. Nach dem fulminanten RICH MAN, seinem ersten Soloalbum nach fünfzehn Jahren respektabler Sideman-Arbeit für die Oberliga des Blues-Rock, liefert Bramhall nun, gerade einmal ein Jahr später, ein noch raffinierteres Meis­ter­stück ab. Auf SHADES ist alles vertreten, was Ge­­schmackssicherheit verspricht: Eric Clapton, Norah Jones und die Tedeschi Trucks Band gastieren auf je einem Track und Doyle groovt sich durch swampigen Soul, knurrigen Garagen-Rock und ausgefeilte Kom­positionen im Stile von Paul McCartney der 70er-Jahre. Der World-Music-Einschlag des letzten Albums wurde etwas gemindert, wobei die Scheibe im Verlauf an musikalischer Diversität zulegt. Wer sich nach Gourmet-Gitarren neben Joe Bonamassa und Warren Haynes verzehrt oder das Retro-Gespür des frühen Lenny Kravitz sucht, wird hier fündig. Anspieltipps sind ›Love And Pain‹, ›Searching For Love‹, ›Parvanha‹ und ›Consciousness‹. Ach ja, und das wagemutige Cover von Dylans ›Going, Going, Gone‹ fällt tatsächlich sehr gut aus – hatte es doch Gregg Allmann auf seinem Requiem erst eindrucksvoll verewigt.

9/10

Text: Philipp Opitz

Doyle Bramhall II
SHADES
PROVOGUE/MASCOT/ROUGH TRADE

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