Chuck Berry – THE COMPLETE CHESS SINGLES A‘S AND B‘S 1955–1961

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Chuck Berry – THE COMPLETE CHESS SINGLES A‘S AND B‘S 1955–1961

chuck berryChuck Berrys Sternstunden – von ›Maybelline‹ bis ›Come On‹.

Sicherlich geht die Zahl der Gitarren­eleven, die Riffs, Licks und Akkordfolgen von ›Johnny B. Goode‹ übten bis die Fingerkuppen bluteten, weltweit längst in die Millionen. Das 3-LP-Set THE COMPLETE CHESS SINGLES A’S AND B’S im ausklappbaren Cover eignet sich nicht nur für lernbegierige Sechssaitenzupfer, sondern auch für jene Interessenten, die das essenzielle Frühwerk der im März 2017 im Alter von 90 Jahren verstorbenen Rock’n’Roll-Ikone Chuck Berry noch nicht kennen: Ohne ihn hätte die Rockkultur ab den 50er-Jahren sicherlich eine andere Abfahrt genommen. Was hätte Rolling Stone Keith Richards wohl gemacht, hätte er seine tägliche Berry-Dosis nicht gehabt?

Penibel chronologisch reiht sich auf sechs Vinyl-Seiten eine Single samt B-Seite an die nächste – insgesamt 50 Titel: Los geht es mit dem Chess-Debüt ›Maybelline‹/›Wee Wee Hours‹, 1955 auf Anhieb ein Nummer-1-Hit in den US-R&B-Charts. Als weitere Erstplatzierte empfehlen sich ›School Day (Ring! Ring! Goes The Bell)‹/›Deep Feeling‹ (1957) und das auch nicht gerade selten gecoverte ›Sweet Little Sixteen‹/›Reelin’ And Rockin’‹ (1958). Auf seine nächste Pole Position musste Berry allerdings bis 1972 warten: das hier nicht enthaltene ›My Ding-A-Ling‹. Unter die Gassen­hauer, die mit Rang 2 knapp die Chartspitze verfehlten, fallen immerhin ›Thirty Days (To Come Back Home)‹/›Together (We Will Always Be)‹ (1955), ›Roll Over Beethoven‹/›Drifting Heart‹ (1956) und ›Johnny B. Goode‹/›Around And Around‹ (1958). Erstaunlich, dass Rock’n’Roll-DNA wie ›Too Much Monkey Business‹/›Brown Eyed Handsome Man‹, ›Rock And Roll Music‹/›Blue Feeling‹ oder ›Carol‹/›Hey Pedro‹ damals lediglich Rang drei eroberten oder gar darunter blieben.

Kaum Aufmerksamkeit in den Charts be­­kamen seinerzeit auch die später häufig adaptierten Evergreens ›Sweet Little Rock And Roller‹, ›Run Rudolph Run‹, ›Almost Grown‹, ›Little Queenie‹, ›Back In The U.S.A.‹ und ›Beautiful Delilah‹. Keiner­lei Notierungen erzielten erstaunlicherweise ›You Can’t Catch Me‹, ›Memphis Tennessee‹ und ›Bye Bye Johnny‹. An den Alben-Schlusslichtern ›Little Star‹/›I’m Talking About You‹ und ›Go-Go-Go‹/›Come On‹ (beide 1961) labten sich die Rolling Stones: Ersteres landete auf OUT OF OUR HEADS, letzteres avancierte zur A-Seite ihres Singledebüts.

10/10
Michael Köhler

Chuck Berry
THE COMPLETE CHESS SINGLES A‘S AND B‘S 1955–1961
REAL GONE MUSIC/H’ART

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