Review: Bruce Springsteen – LETTER TO YOU

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Die ganze Geschichte Der Grössten Rockband Aller Zeiten!

Review: Bruce Springsteen – LETTER TO YOU

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Ein Album über die transzendierende Macht des Rock’n’Roll mit nostalgischen Stücken, politischen Anspielungen und drei Songs von früher…

Es geht ganz ruhig los. ›One Minute You’re Here‹ ist eine Meditation darüber, wie schnell alles vorbei ist. Es hört sich ein bisschen an wie ›Stolen Car‹, nur weniger getrieben. Der „autumn carnival on the edge of town“ ist so Springsteen, wie es nur geht. ›Letter To You‹ ist das Gegenmittel: Aufschreiben, worauf es ankommt, um es immer wieder vergegenwärtigen zu können. In den Songs. Das Stück ist Selbstvergewisserung und eine Versicherung an uns alle, die es hören, alles so wahr wie möglich festgehalten zu haben, das Glück, den Schmerz. Die E Street Band, zuletzt bei WESTERN STARS ja nicht dabei, steigt so richtig erst in ›Burnin’ Train‹ zu, ab dann aber ist sie da, in ihrer SaxofonKlavierintro-Gitarrenglorie. „You kick in the band and side by side you take the crowd on their mystery ride“, geht es in ›Last Man Standing‹, und man sieht Bruce und Clarence noch einmal am Bühnenrand stehen, mit verrückt weit aufgerissenen Augen, bereit, die Welt zu erobern, mindestens.

Springsteen wünscht sich „into the heart of the crowd“, wie früher immer bei ›Tenth Avenue Freeze-Out‹. Das Politische ist subtil, man überhört es zunächst fast, aber es ist da. „The criminal clown has taken the throne“, heißt es einmal. Ein anderes Mal gehen alle einem „rainmaker“ auf den Leim, der sagt, weiß sei schwarz und schwarz sei weiß, und der aus einem brennenden Feld heraus Schrotkugeln in die Wolken schießt. ›House Of A Thousand Guitars‹ und ›The Power Of Prayer‹ sind ein bisschen süßlich, aber wenn „Ben E. King’s voice“ über die Tanzfläche „driftet“, dann ist das schon auch schöner Kitsch.

Der größte Moment: ›Janey Needs A Shooter‹. Springsteen hat es in den 70ern geschrieben, Warren Zevon sich später den Titel geschnappt und sein eigenes Lied daraus gemacht, ähnlich wie Patti Smith bei ›Because The Night‹. Jetzt klingt es nach E Street Band circa 1978, DARKNESS-Zeit. Klavier, Gitarre, Orgel umkreisen einander, hin zu einem monumentalen Refrain. Spätestens wenn das Mundharmonika-Solo kommt, geht einem das Herz auf. Die anderen beiden unveröffentlichten Stücke von früher, ›If I Was The Priest‹ und ›Song For Orphans‹, kommen unverkennbar aus einer Zeit herüber, als Springsteen als neuer Dylan gehandelt wurde. ›I’ll See You In My Dreams‹, ganz am Schluss, ist eine Anrufung an die transzendierende Kraft des Rock’n’Roll, und wie manch anderes Erinnerungslied hier wirkt es wie eine Fortsetzung von Springsteens Autobiografie „Born To Run“ mit anderen Mitteln. Das ganze Album ist in vier Tagen live im Studio entstanden: Es sind Songs, die nach der Bühne schreien.

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