Review: Beth Hart – WAR IN MY MIND

Beth Hart War In My Mind

Glücksbringer

Beth Hart ist inzwischen 47 Jahre alt und genießt die Sonnenseite des Lebens. Das war bei Weitem nicht immer so. Ihr Werdegang verlief wie eine Achterbahnfahrt, nach einem Erfolg kam stets ein tiefer Fall. Das war schon während ihrer Kindheit so und setzte sich im Erwachsenenalter fort. Aber inzwischen sind all die Dinge, für die sich Hart bislang geschämt hat, die dunklen Seiten, ihre Verrück­t­heit, der Alkohol- und Drogenmissbrauch, ein Teil ihres Heilungsprozesses geworden. Sie geht offen mit ihrem Erfolg, aber auch mit den Rückschlägen und inneren Dämonen um. Beth Hart beweist, dass auch leise Töne sehr kraftvoll sein können. Ja, dass Kraft auch im Wege stehen kann. WAR IN MY MIND ist trotz vieler ruhiger Töne sehr roh, in der Ruhe liegt die Kraft quasi. In Zeiten, in der glattgebügelte Massen-Hochglanzprodukte und retuschierte Foto­shootings über Verkaufszahlen entscheiden, sticht Hart auffallend angenehm hervor. Musikalisch ist Hart natürlich weiterhin tief im Blues verwurzelt, experimentiert auf WAR IN MY MIND aber auch mit verschiedenen Stilrichtungen wie Jazz (›Woman Down‹), Pop (›Sugar Shack‹, der etwas beliebige Opener ›Bad Woman Blues‹), Flamenco (›Spanish Lullabies‹) und Filmmusik (die Macher des kommenden Bond-Streifens „No Time To Die“ können aufhören, nach einem Titelsong zu suchen, Beth Hart hat mit ›Rub Me For Luck‹, dem Album-Highlight, unaufgefordert den passenden Kandidaten parat). Neben besagtem 007-Song sind es vor allem die ruhigen Schönheiten (›Thankful‹, ›Without Words In The Way‹ und ›Sister Dear‹), die wirklich bedeutsam sind und Nachwirkungen zeigen.

7/10

Beth Hart
WAR IN MY MIND
PROVOGUE/MASCOT/ROUGH TRADE

3 KOMMENTARE

  1. Für mich die genialste Musikerin im aktuellen Blues-Rock-Business. Bin ein absoluter Fan von dieser Frau und ihrer musikalischen Darbietungen. Beth steht für mich auf einer Stufe mit der leider viel zu früh verstorbenen Queen of Blues and Rock Janis Joplin.

    • da gebe ich (Ihnen) Dir recht. Zu erwähnen wäre noch Inga Rumpf die beste Stimme aus Old-Germany meiner Meinung nach, Maggie Bel, Julie Driscoll und die noch immer rockende Mother von Mother’s Finest : Joyce Jean Kennedy (auch bekannt als „Baby“ Jean Kennedy ). Alles Stimmgewaltige Frauen…….
      Beste Grüße

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