Review: Temples – HOT MOTION

Temples Hot Motion

Heiligtum

Haben sich Temples nach dem wirklich unterirdischen zweiten (Elektronik-)Album VOLCANO wohl gefangen und bewegen sich wieder in den Psych-Rock-Sphären und dem Pop der Spät-60er, so wie bei dem wahrhaftig ikonischen Debüt SUN STRUCTURES von 2014? Der starke Titeltrack ›Hot Motion‹ liefert schon zu Beginn die Antwort: Ja, sie haben sich besonnen. Original-Schlagwerker Sam Toms ist seit Anfang 2018 nicht mehr in der Band (Gast-Drummer Rens Ottink unterstützt das Trio lediglich live) und reduziert das Gerüst der Band aus Kettering, Northamptonshire, auf James Edward Bagshaw (Gesang/Lead Gitarre), Adam Thomas Smith (Keyboards/Rhythmus Gitarre) und Thomas Edward James Walmsley (Bass). Ex-Oasis-Mainman Noel Gallagher und auch der ehemalige Smith-Gitarrist Johnny Marr sind seit jeher große Fans der Band und supporten die Truppe, wo sie nur können. Beide ärgern sich über den fehlenden Support vom britischen Radio, vor allem von BBC Radio 1. Temples’ Musik verrät viel über den Plattenschrank der Band (beziehungsweise deren Eltern) und man denkt recht augenblicklich an die frühen Bowie und Pink Floyd, sowie an Nazz und T. Rex (›Step Down‹). Im Gegensatz zu Mitstreitern wie MGMT, Foxygen oder Tame Impala, genießen Temples nicht gerade einen unbefleckten Ruf bei Kritikern, auch wenn sie sich direkt an die Spitze der New Wave Of British Psych-Rock setzen konnten. Auf HOT MOTION packen sie, das ist der augenfälligste Unterschied, deutlich mehr Pop-Momente (›It’s All Coming Out‹) aus als auf dem Erstling, und die Arctic Monkeys lassen grüßen (›Monuments‹, ›The Beam‹). ›The Howl‹ und ›You’re Either On Something‹ können am meisten überzeugen – da geht einem das Herz auf!

8/10

Temples
HOT MOTION
ATO/PIAS/ROUGH TRADE

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