Review: Bad Religion – AGE OF UNREASON

Bad Religion Age Of Unreason

Pogo-Preziosen und großartige Hooks.

Es gibt nur wenige Bands, die einen ähnlich hohen Wiederkennungs-Wert wie Bad Religion besitzen. Mit dem ersten schnellen Riff und dem einsetzenden Chorus ist klar, dass hier nur die kalifornische Punkrock-Legende am Werk sein kann. Der Vorwurf, ein Album klingt wie das an­­dere, ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen. Doch der Los-Angeles-Sechser schafft es immer wieder, seine eigene Blaupause spannend und auf einem hohen Level zu halten. Zumal es das begnadete Songwriter-Duo Greg Graffin und Brett Gurewitz auf ihrem mittlerweile 17. Studioalbum AGE OF UN­­REASON schafft, an das hervorragende Vorgänger-Album TRUE NORTH anzuknüpfen. Das bedeutet: Bad Religion orientieren sich erneut an ihren Punk­rock-Wurzeln der seligen End-80er/Früh-90er-Jahre. Die Scheibe bietet Platz für Pogo-Preziosen, schnellen Melody-Core und großartige Hooks. Aber auch zwei untypische Songs haben es in die 14 Stücke umfassende Setlist geschafft: Das Groove-Monster ›Big Black Dog‹ sorgt genauso für Abwechslung wie das Social-Distortion mäßige ›Downfall‹. ›Faces Of Grief‹ und ›What Tomorrow Brings‹ fallen zum Restmaterial allerdings etwas ab. Textlich nehmen Professor Graffin und seine Kollegen das gesellschaftliche Klima gewohnt kritisch unter die Lupe. Der Opener ›Chaos From Within‹ etwa thematisiert die Mau­erbaupläne von US-Präsident Donald Trump an der Grenze zu Mexiko. In ›End Of History‹ singt Graffin: „We want an open society.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

7/10

Bad Religion
AGE OF UNREASON
EPITAPH

Text: Matthias Bossaller

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