Review: Reinhard Kleist – Nick Cave – Mercy On Me

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Review: Reinhard Kleist – Nick Cave – Mercy On Me

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nick cave comicDer australische Weltschmerzpoet als Erwachsenencomic.

Mit seiner Comicerzählung über Gru­selaltmeister H.P. Lovecraft hatte Reinhard Kleist bereits 1994 eine erste Visitenkarte abgegeben, mit der 2006 folgenden Comic-Biographie „Cash – I See A Darkness“ feierte der Berliner Illustrator schließlich seinen großen Durchbruch. Gute drei Jahre hat er an seiner brandneuen Graphic Novel gezeichnet, die Kleist wieder einem ganz be­­sonderen Künstler gewidmet hat: Auf „Nick Cave – Mercy On Me“ ist er mit spitzer Feder dem düsteren Avantgarde-Rock-Mythos aus Down Under auf der Spur, der die Entstehung des über 330 Seiten starken Erwachsenencomics nach eigenen Aussagen sogar persönlich in loser Form be­­gleitet hat. Auf amüsante, phantasievolle Weise zeichnet (im wahrsten Sinne des Wortes) Kleist den Werdegang des Australiers an­­hand von fiktiven Elementen und auch ausgesuchten Songlyrics nach: Anfangen bei seinen ersten Bands Boys Next Door und The Birthday Party, über seine künstlerischen Stationen in London und Berlin-Kreuzberg (wo schließlich gemeinsam mit Ein­stürzende-Neubauten-Sänger Blixa Bargeld das Fundament der heutigen Kultformation The Bad Seeds gelegt wird) bis hin zu einem fast krimihaften Action-Finale, das auf Liedtexten des vorletzten Studio­albums PUSH THE SKY AWAY be­­ruht. Parallel zu „Mercy On Me“ er­­scheint das Artbook „Nick Cave & The Bad Seeds“ mit schallplattengroßen Skizzen, Gemälden und Stu­dien von Cave und seiner Band, die Reinhard quasi als Fingerübung für sein Hauptbuch angefertigt hat.

7/10

Nick Cave – Mercy On Me
VON REINHARD KLEIST
Carlsen Verlag

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