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Pink Floyd: Wem die Stunde schlägt

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Pink Floyd: Wem die Stunde schlägt

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Nachdem die Spannungen zwischen Waters und Gilmour zunehmend eskalieren, erklärt Waters die Ära Pink Floyd 1985 im Alleingang für beendet. Was folgt, ist der bereits beschriebene Kampf vor Gericht um den Namen der Band. Während die gerichtliche Auseinandersetzung noch läuft, bringt Gilmour sein zweites Soloalbum ABOUT FACE auf den Markt und Waters sein bereits zu THE WALL-Zeiten komponiertes Werk THE PROS AND CONS OF HITCHHIKING. Selbst Richard Wright gibt unvermutet ein Lebenszeichen von sich und präsentiert eine gemeinsam mit Dave Harris produzierte Scheibe. Unter dem Bandnamen Zee legt er der irritierten Musikwelt IDENTITY vor, was ziemlich genau das ist, was ihr fehlte: Identidität.

Und auch Drummer Nick Mason will nicht hinten anstehen oder hat vielleicht auch nur das Nichtstun satt. Zusammen mit Rick Fenn wartet auch er mit einem Solo-Scheibchen auf: PROFILES (was ziemlich genau das ist, was dem Album fehlt). Harte Zeiten für Floyd-Fans. Wäre er nicht noch am Leben gewesen, zurückgezogen in Cambridge – Syd Barrett, der gefühlte Äonen zuvor aus den Namen der von ihm favorisierten Bluesmusiker Pink Anderson und Floyd Council den Namen Pink Floyd kreiert hatte, er hätte sich im Grabe umgedreht

The Show Must Go On

Einen ersten Hoffnungsschimmer, dass es doch noch eine Fortsetzung geben könnte, bekommen Floyd-Fans 1987. Gilmour, nun im Besitz des Namens Pink Floyd, ist wild entschlossen, ein „floydianisches“ Album aufzunehmen, und dazu benötigt er Wright. Kurzentschlossen holt er den Geschassten zurück, wenn auch nach wie vor nicht als offizielles Vollmitglied, da Mason und Gilmour das kommende A MOMENTARY LAPSE OF REASON aus eigener Tasche vorfinanzieren. In den Credits ist Wright deshalb als Gastmusiker gelistet und wird erst auf der anschließenden Tournee wieder erneut als Bandmitglied geführt. Damit ist aus dem Duo Pink Floyd immerhin ein Trio geworden. Das Material des Albums selbst vermag nicht recht zu überzeugen. Was fehlt, ist die Reibung am Kontrahenten Waters, der Konflikt, der Spannung und Dynamik erzeugt.


Es folgt – wenig. Ein paar spektakuläre Auftritte hier, ein paar andere dort, etwa am 16. Juni 1988 am Reichstag vor der Berliner Mauer oder ein Jahr später am 15. Juli auf einer schwimmenden Insel vor dem Markusplatz in Venedig. Gemäß einer Vereinbarung mit Roger Waters beschränkt man sich darauf, live nie mehr als drei Stücke von THE WALL aufzuführen. Davon ausgenommen: die Gilmour-Kompositionen ›Run Like Hell‹ und ›Comfortably Numb‹. Dennoch wirken manche Shows, als würde verzweifelt ein Kadaver zum Leben erweckt, um ihn noch einmal blutleer umhergehen zu lassen.


Als sieben Jahre nach A MOMENTARY LAPSE OF REASON im Jahr 1994 wider jede Erwartung THE DIVISION BELL erscheint, ist die Verblüffung deshalb umso größer. Niemand hatte noch damit gerechnet, dass es Gilmour, Mason und Wright noch einmal gelingt, ein Werk zu erschaffen, auf welchem das „floydianische“ Moment, nach dem es eine solch ungeheure Nachfrage gibt, wenn auch nicht in vollem Glanze, so aber doch unüberhörbar und wiedererkennbar auftaucht. „Sie können es doch noch!“, lautet das Urteil, „auch ohne Roger Waters in ihren Reihen.“ Erstmals seit THE DARK SIDE OF THE MOON ist nun auch Richard Wright wieder als Sänger zu hören, erstmals seit WISH YOU WERE HERE sogar mit einem Autoren-Credit vertreten. Eine späte Rehabilitation für ihn, der während des Duells Waters versus Gilmour so lange und so demütigend ausgrenzt wurde.

Und in den Jubel, von Pink Floyd endlich wieder Pink Floyd geliefert zu bekommen, mischt sich die Hoffnung, bei einem nächsten Album werde nun endlich auch Roger Waters wieder Mitglied der Band sein – die Illusion, es könne der Gilmour, Masion, Waters und Wright doch nochmal ein schillernder Diamant mit dunkler Seite gelingen. Der Tod von Richard Wright im Jahr 2008 macht diese Hoffnung schließlich zunichte. Waters und Gilmour – sie ließen diese Chance verstreichen. Was bleibt, ist die Vorstellung, dass das kollektive Genie jener Band, die Ende der Sechziger als mittelmäßige Rhythm & Bluesband ihren Anfang nahm, um alsbald in die höchsten Sphären aufzusteigen, nach THE DIVISION BELL noch einmal als furiose Stichflamme hätte aufschießen können. Allein darin liegt das Vermächtnis des finalen Studiowerks von Pink Floyd.

Die Glocke rief zur Entscheidung. Roger Waters hat sie getroffen.

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