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    PAUL WELLER: München, Circus Krone

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    PAUL WELLER: München, Circus Krone

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    Paul_Weller_at_the_No_Cactus_Festival_in_BelgiumWann ist ein Klassiker ein Klassiker?

    Ja, okay, klar, dies ist Paul Weller. Nicht The Jam, nicht The Style Council, sondern Paul Weller, der immerhin schon seit 1990 unter eigener Flagge unterwegs ist, der eben erst mit MORE MODERN CLASSICS eine neue Solo-Single-Compilation veröffentlicht hat. Selbstverständlich betont die aktuelle Tour eines Künstlers immer ihr neuestes Album. Trotzdem, ein bisschen hätten Weller und Band dem Publikum entgegen kommen können.

    Wenn der „Modfather“ mit seinen immer noch kantigen und zornigen Soloalben auch weiterhin „die Kids“ erreicht, so ist der Beweis hierfür heute im Publikum des Circus Krone nicht zu sehen. Vielleicht sind der Jugend 42 EUR für ein Konzert zu viel? Das ca 2/3 ausverkaufte Rund wird jedenfalls bevölkert von treuen Langzeitfans mit ergrauter Britpopmatte. Da gibt’s Fans, die jung waren, als the Jam UK-No1 waren, Fans, die jung waren, als The Style Council politrockten, sowie zuletzt Fans, die zum Britpop jung waren und Weller als coolen Onkel von Oasis kennenlernten.

    Die glattesten Gesichter in der Halle stehen heute auf der Bühne: Keyboarder Andy Crofts und Percussionist Ben Gordelier aus Wellers Backing-Band gehören zu den ganz wenigen hier, die keinesfalls schon Style-Council-Platten sammelten, weil sie da noch nicht geboren waren. Die zwei Mitglieder von The Moons fügen sich prima ein in Pauls Truppe aus Britpop-Veteranen verschiedener Generationen, als da wären: Steve Cradock, Ocean Colour Scene, an der Gitarre, Producer Andy Lewis am Bass, Steve Pilgrim, ehemals The Stands, an den Drums. Absolute Könner, zweifellos.

    Entsprechend makellos und kraftvoll geht’s los mit ›Sunflower‹. Weller, 56, wirkt im engen schwarzen T-Shirt regelrecht durchtrainiert, das passt zusammen. Jetzt eine Salve rasanter Burner: ›From The Floorboards Up‹, ›Wake Up The Nation‹, ›Fast Car Slow Traffic‹, ›Come On Let’s Go‹. Stark. Auf das stampfende ›Sea Spray‹ folgt mit dem Style-Council-Klassiker ›My Ever Changing Moods‹ ein willkommenes Zuckerl für die Fans, doch ›Dragonfly‹, ›Peacock Suit‹ und ›The Dangerous Age‹ ziehen dann eher professionell und kompetent vorbei, als mitzureißen. Große Freude kommt dagegen auf beim The-Jam-Evergreen ›Start!‹.

    Schon sind 1 ¼ Stunden vorbei, zur Zugabe gibt’s ›He’s The Keeper‹, das unerwartete ›Picking Up Sticks‹ und die feine Ballade ›Be Happy Children‹ – alles starke Stücke aus Wellers immenser Diskographie und zweifellos prima gespielt.
    Aber – und auch wenn Weller noch zwei Mal auf die Bühne kommt und mit einem echten Klassiker abschließt (›The Changingman‹) – seien wir ehrlich, wirklich legendär hätte sich dieser Abend angefühlt, hätte Weller halt doch noch mal etwas tiefer in die Kiste gegriffen. Hätte er die Fans mit einem Frühwerk selig gemacht. Klar, es ist nur legitim, dass Weller sich auf seine Solosongs konzentriert. Aber hey, das Publikum wäre so glücklich!

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    1 Kommentar

    1. Ja, ein paar mehr Klassiker hätten ruhig sein dürfen, aber dass der Mann in dem Alter noch so in Form ist, ist doch allein schon ein Grund zur Freude. Mir hat’s gefallen!

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