Bonaparte

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Bonaparte

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Bonaparte 2010 @ melissa hostetler (1)Berliner mit viel Humor, dem Willen zu Riffs und extravaganter Performance.

“Does humour belong to music?“, fragte einst Frank Zappa, die unzweideutige Antwort darauf fand sich in seinen Songtexten und Bühnenshows: ein kleines bisschen Wahnsinn zwischen Rock’n’Roll, Kabarett und Zirkus. Was das mit der Berliner Band Bonaparte zu tun hat? Jede Menge, denn das Kollektiv um den gebürtigen Schweizer Tobias Jundt lädt bei seinen Rocky Horror-Bühnenshows ebenfalls zum fröhlichen Exzess, wild kostümiert, verstärkt von Feuerschluckern, halbnackten Tänzerinnen und lebenden Skeletten. Womit die Gemeinsamkeiten mit Frank Z. aber auch schon enden, denn musikalisch haben Ihre Majestät völlig anderes im Sinn: Wo bei Zappa virtuos gejazzrockt wurde, setzen Bonaparte auf enorm ruppigen Punk, auf knackige Stakkato-Riffs, hektisch rumpelnde Beats und Jundts deklamatorischen Sprechgesang.

MY HORSE LIKES YOU heißt ihr neues Album, ein hedonistisches Statement mit deutlichem Trash-Appeal. Hinter all der geballten Smartness könnte man leicht die Kopfgeburten urbaner Kunsthoch­schul-Hipster vermuten, doch spätestens auf der Bühne outen sich Bonaparte als erfrischend anarchistische Zirkuskapelle mit Hang zur kompromisslosen Partymusik: Menschen in absurden Tierkostümen, die wild, aber tanzbar abrocken. Das muss man gesehen haben. Gehört natürlich auch.

Jochen Schreiber

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