Michael Schenker Group: Neues Album zum Jubiläum

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Michael Schenker Group: Neues Album zum Jubiläum

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Zum 50 jährigen Bestehen seines eigenen Musikerdaseins bringt Michael Schenker Anfang 2021 ein neues Album raus.

1971 stand Michael Schenker erstmals in einem Studio, um die Gitarrenspuren für das erste Scorpions-Album LONESOME CROW aufzunehmen. „The German Wunderkind“ war damals gerade einmal 16 Jahre jung.

Zur Feier seines Musikerdaseins, das inzwischen eine halbe Dekade umspannt, bringt Michael Schenker Anfang 2021 sein Jubiläums-Album IMMORTAL raus. Darauf werden wieder zahlreiche Rock-Royals vereint sein. So werden die meisten Songs von Ronnie Romero (Ritchie Blackmores Rainbow) gesungen, außerdem sind Michael Voss (Mad Max), Ralf Scheepers (Primal Fear) sowie Joe Lynn Turner (ehemals Deep Purple, Rainbow) am Mikrofon.

Unter anderem sind auch Bodo Scheepers, Simon Philipps (ehemals Toto) und Brian Tichy (ehemals Whitesnake) mit von der Partie.

Bei einem virtuellen Pressetreffen plauderte der Gitarrist voller Elan über das neue Album und dessen Entstehungsprozess: „Das Corona-Virus zwang uns zu noch mehr Kreativität, was am Ende wirklich unfassbar gut geklappt hat. Keiner hat Lust auf Quarantäne-Maßnahmen, deswegen bin hauptsächlich ich herumgereist und musste danach immer mal wieder 14 Tage daheim bleiben. (lacht) Aber irgendwie hat uns die schwierige Situation um das ganze Album herum hat uns noch mehr motiviert, auch wenn es so natürlich sehr viel Arbeit war. Wie ein ausgefeiltes Tänzchen. Mittendrin konnte Ronnie Romero nicht mehr einfliegen wegen des Virus. Da kam Michael Voss die Idee mit Joe Lynn Turner. Und ich meinte nur: Mensch, das wäre ein absolutes Plus. Also trafen sich Michael und Joe Lynn Turner und er wollte unbedingt dabei sein.

Dann aus dem Nichts meldete sich Brian Tichy und wollte auch beim Jubiläum mitmischen, am Ende spielt er sogar auf sechs Liedern und das auch noch umsonst. (lacht) Bodo lebt jetzt in Italien und hat sich schließlich aufgrund dieser Situation ein großartiges Drum-Studio eingebaut, das er sich von Simon Philipps bei unseren gemeinsamen Proben für eine Japan-Tour abgeschaut hat. So kann er auch in Zukunft gut von zuhause aus arbeiten, auch wenn er deswegen jetzt nur auf drei Songs zu hören ist und Brian Tichy auf sechs. Naja, die restlichen Songs hat Simon Philipps grandios eingetrommelt.

Und weil ich mich nicht wirklich mit zeitgenössischer Musik auskenne, habe ich meine Freundin gefragt, ob sie niemanden kennt, der gut zu uns passen würde. Ein toller Sänger, vielleicht ja sogar ein Fan. Und sie schlug Ralf Scheepers von Primal Fear vor. Ich vertraue ihrem Geschmack blind, also erklärte ich Michael Voss, dass er Ralf mal fragen sollte. Er sagte sofort zu und auch er sang am Ende zwei Songs statt nur einen. Als ich seine Stimme dann erstmals hörte, war ich komplett von den Socken. Ich wollte eh verstärkt in die Metal-Richtung gehen und seine Stimme ist einfach grandios dafür. Eine weitere Kollaboration, die sich durch das Virus ergeben hat, ist die mit Keyboarder Derek Sherinian, den Brian Tichy vorgeschlagen hat. Er war bei Dream Theater. In einen Song haben wir nun also ein Battle zwischen Gitarre und Keyboard eingebaut und ich konnte meinen Ohren kaum trauen. Ich war wirklich schockiert von seinem Spiel und wie es meinen Gitarrensound ergänzte. Das ist jetzt der Opener. Im Rahmen dieses Album geschahen so viele unglaubliche Dinge, die wahrscheinlich ohne das Corona-Virus niemals zustande gekommen wären.“

Auf die Frage, warum Künstler wie Phil Mogg oder Klaus Meine nicht auf dem Album vertreten sind, antworte Schenker wie folgt: „Weißt du, darüber habe ich wirklich lange nachgedacht. Aber ich habe mir gesagt: Ach, das macht doch alles keinen Sinn. Erstmal sind so viele Menschen gestorben. Pete Way und Paul Raymond und und und. Ich habe es satt, anderen Künstlern beim Sterben zuzusehen, das ist echt schrecklich! Und außerdem wollte ich diese Büchse der Pandora nicht aufmachen. Ich habe jetzt in den letzten fünf Jahren, in denen ich mich von ihnen ferngehalten habe, meine Ruhe. Und Freude daran, meine eigene Musik zu erschaffen. Wenn ich da wieder zurückgehe, fängt der ganze Scheiß von vorne an, der damals losging, als ich 15 Jahre alt war. Die haben mich einfach ausgenutzt. Deswegen kann ich nur sagen: Ich liebe diese Jungs. Phil sehe ich fast täglich, wenn ich durch seine Heimatstadt fahre -manchmal mit seinem Hund, manchmal auf seinem Fahrrad (lacht). Ich hupe inzwischen schon gar nicht mehr, weil er wahrscheinlich denken muss, ich suche ihn heim wie so ein Schenker-Geist. (lacht) Aber all diese Leute, die einen auf „das ist jetzt die letzte Tour oder das letzte Album“ machen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, sind irgendwie einfach nur ein bisschen billig. So etwas würde ich nicht machen, ich habe auch keinen Grund dazu.

Weiter erklärt er: „Man kennt das ja vielleicht. Egal, in welchem Alter man seine Familie wieder besucht, man fällt wieder in seine Rolle zurück. Ich war immer das mittlere Kind, sobald ich zuhause bin, spiele ich diese Rolle weiter. Und so ist es mit Bands auch und ich habe keine Lust, wieder meine naive Gitarristen-Rolle anzunehmen. Die Rolle eines 15-Jährigen, der von 21-Jährigen ausgenommen wird. Da bin ich rausgewachsen, das hat damals gereicht. Ich will nicht mehr ausgetrickst werden von echten Profi-Tricksern. Damit kann ich nichts anfangen. Ich bin ein Musiker, ein echter Künstler und das ist meine heutige Rolle und die gefällt mir auch.“

Auf IMMORTAL wird unter anderem eine neue Version des Scorpions-Songs ›In Search Of The Peace Of Mind‹ zu hören sein. Schenker dazu wörtlich: „Das war das erste Musikstück, das ich jemals ganz alleine geschrieben habe. Ganz allein, in der Küche meiner Mutter. Darin ist ein Double-Timing-Picking-Part, den mein Bruder überhaupt nicht hätte spielen können, den viele gute Gitarristen nicht spielen können. Ich war damals 15. In den Credits stand dann damals, dass ich die Lyrics geschrieben hätte. Ein absoluter Witz, ich konnte damals gar kein Englisch. Als zweiter bei den Credits für die Texte stand Rudolf Schenker, der genauso wenig Englisch sprach wie ich. Warum haben sie damals nicht mich bei den Credits für die Komposition angegeben und bei den Credits für die Lyrics halt den, der sie geschrieben hat? Naja, ich habe den Track eben nochmal aufgenommen, weil es mein allererstes Stück war, das ich geschrieben und aufgenommen habe. Ich wollte es nochmal richtig episch neu vertonen, was wirklich gut geklappt hat.“

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