Meilensteine: WEREN’T BORN A MAN von Dana Gillespie

-

Meilensteine: WEREN’T BORN A MAN von Dana Gillespie

29. März 1974: Die Kult-LP WEREN’T BORN A MAN, produziert von David Bowie und Mick Ronson, erscheint

Aufmerksamkeit erzielte Richenda Antoinette de Winterstein Gillespie, Jahrgang 1949 und zweite Tochter von Hans Henry Winterstein Gillespie, einem Londonder Radiologen mit österreichischen Wurzeln, schon früh: 1962 belegte sie beim British Junior Water Skiing den ersten Rang. Im Zuge der British Beat Invasion und der US-Folk-Beat-Wave kam die künstlerische Erweckung, es folgten die teils selbstkomponierten Alben FOOLISH SEASONS (1968) und BOX OF SURPRISES (1969). In jener Phase kannte sie schon einige Jahre einen Künstlerkollegen, der zumindest eine Zeit lang maßgeblich ihre Karriere mitprägen sollte: Als 15-Jährige lernte sie Mitte der 60er während einer Soundcheck-Pause im Londoner Marquee Club den zwei Jahre älteren David Bowie kennen und lieben. Als zweites Standbein wählte Dana die Schauspielerei, agierte in Kinofilmen (u.a.„The Lost Continent“, „Mahler“) und gehörte im Londoner West End zu den Originalbesetzungen der Rock-Musicals „Catch My Soul“, „Jesus Christ Superstar“ und „Mardi Gras A Musical“. Als David Bowie 1970/71 von Manager Ken Pitt zur Agentur Main-Man Management von Tony Defries wechselte, nahm der auch Dana unter seine Fittiche. Eine Promo-LP für die Tonträgerindustrie und Verlage enthielt je zur Hälfte Songs von Bowie und
Gillespie. Dieses Material, darunter die Gillespie-Kompositionen ›Lavender Hill‹, ›Mother, Don’t Be Frightened‹ sowie die von ihr gesungene Urversion des Bowie-Klassikers ›Andy Warhol‹ führten zu zwei Alben für MainMan. Unter der Ägide von Bowie und seiner rechten Hand Mick Ronson entstand das RCA-Debüt WEREN’T BORN A MAN. Aufgezeichnet 1972/73, stand das Album erst im März 1974 in spektakulärem Cover – eine in knapper Korsage gehüllte Dana – in den Regalen. Zu den von der Promo-LP bekannten Songs addierten sich das suitenhaft orchestrierte Pop-Oratorium ›Stardom Road Part 1 & 2‹, die hymnische R’n’B-Gospel-Ode ›Dizzy Heights‹ sowie der mit einem ohrwurmartigen Funk-Groove ausgestattete Titelsong. Die Nachfolge-LP, AIN’T GONNA PLAY NO SECOND FIDDLE, zeigte im November 1974 mit Selbstkomponiertem eine stilistisch noch breiter aufgestellte Künstlerin.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Sting: “Ich habe meinen Optimismus nicht verloren”

THE BRIDGE ist im allerbesten Sinn ein klassisches Sting-Album. Die Melodien funkeln,die Worte sind klug gewählt, von stillen, akustischen...

In Memoriam: Tom Petty 1950-2017

Der Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Gainesville, Florida war das Paradebeispiel für einen aufrichtigen Rockmusiker, dem kommerzielles Kalkül zeitlebens...

Video der Woche: The Traveling Wilburys ›End Of The Line‹

Bereits zum fünften Mal jährt sich der Tod von Tom Petty. Zum Gedenken an diesen großen Musiker widmen wir...

Rückblende: Wishbone Ash mit ›Blowin’ Free‹

Mit einem Riff, das beide Gitarristen für sich beanspruchten, das aber von einem Song von Steve Miller beeinflusst war,...

Die Geburt des Glamrock

Als die 60er in die 70er Jahre übergingen, wurde der Rock ein bisschen arg ernst und verlor seinen Glanz....

Pixies: DOGGEREL

Die einst bahnbrechenden Wegbereiter bestellen heute ihr Land – fair enough Die Pixies besitzen ihren Status als bejubelte Pioniere zu...

Pflichtlektüre

Little Caesar – EIGHT

Drive und Emotionen – die 90er-Hardrocker aus L.A. können...

Fair Warning

Falls je ein Botschafter gesucht wird, der die deutsch-japanische...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen