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Marianne Faithfull – NEGATIVE CAPABILITY

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Das Meisterwerk der 60s-Muse.

Schmerzgeplagt nach operativen Eingriffen, durch eine gebrochene Hüfte und Arthritis. In Trauer ob des Verlusts einiger enger Freunde. Verfolgt von den Geistern der Sterblichkeit und Einsamkeit. Aus diesen Um­­ständen hat Marianne Faithfull ein außergewöhnliches Album erschaffen, das nur so strotzt vor roher, gnadenloser Ehrlichkeit und überwältigender emotionaler Kraft. Mit mehr Originalen als sonst zeigt sie NEGATIVE CAPABILITY in Best­form, u.a. auf der be­­merkens­werten Eloge auf ihre Freundin Anita Pallenberg (›Born To Live‹). Die Terrorattacken in Paris inspirierten sie zur Komposition ›They Come At Night‹ mit Mark Lanegan, und mit 71 kehrt sie zurück zu ›As Tears Go By‹, jenem Song von Jagger/Richards, der sie einst als engelsgleiche Klosterschülerin von 17 Jahren der Welt vorstellte. Es ist eine reichhaltige, bewegende und von Lebensweisheit kündende Darbietung von solch einer Stärke, dass sie etwa Johnny Cashs Interpretation von ›Hurt‹ oder Joni Mitchells 2000er-Neuauflage von ›Both Sides Now‹ in nichts nachsteht. Nick Cave steuert auf ›The Gypsy Fairie Queen‹ Gesang bei, die Produktion von Rob und Warren Ellis fängt je­de noch so kleine Nuance der vorherrschenden Stimmung perfekt ein. Daran, dass Faithfull hier als unwiderstehlich fesselnde Grande Dame im Mittelpunkt steht, besteht keinerlei Zweifel. Es wird diesen Monat kaum eine bessere Platte ge­­ben, und auch im gesamten Jahr nur wenige, wenn überhaupt. Ein Juwel für die Ewigkeit.


9/10

Marianne 
Faithfull
NEGATIVE CAPABILITY
BMG RIGHTS/WARNER

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