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    Lou Reed – WINTER AT THE ROXY: THE 1976 L.A. BROADCAST

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    Lou Reed – WINTER AT THE ROXY: THE 1976 L.A. BROADCAST

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    Reed, LouOnkel Lou und die Jazz-Legende: eine nicht ganz komplette Radioaufzeichnung.

    Über Dekaden ließ sich der Konzertmitschnitt WINTER AT THE ROXY: THE 1976 L.A. BROADCAST nur unter der Hand als Bootleg erstehen. Schon bei illegalem Ersterscheinen unter noch anderem Titel verblüffte die ausgezeichnete Tonqualität – kein Wunder: zeichnete doch der Sender KMET FM Radio für die Aufnahme verantwortlich. Da erstaunt es einigermaßen, dass ausgerechnet die offizielle Version, zuerst in CD- und nun auch im Doppel-Vinyl-Format, wohl von einer nicht ganz so astreinen Quelle stammt. Zudem fehlen gleich mehrere Tracks des denkwürdigen Ereignisses, als sich immerhin Jazz-Legende Don Cherry zu Onkel Lou und seiner Combo auf die Bühne des Roxy Theatre in Los Angeles gesellt. Doch auch die verbliebenen acht Songs illustrieren, dass Reed sich in Tagesbestform befindet. Das Set präsentiert sich auf atonalen Jazz und Fingerschnipp-Funk getrimmt, als wolle Mr. Reed demonstrieren, dass er keine Lust verspürt sich permanent selbst zu wiederholen. Seinem lebenslang einzigen Charthit ›Walk On The Wild Side‹ versagt er die verrucht rotplüschige Bar-Jazz-Version von TRANS-FORMER, imitiert stattdessen Lenny Bruce, wenn er den ohnehin schon anzüglichen Text mit verbalen Attacken und lüstern-lasziven Klatschgeschichten aus dem Hinterzimmer von Max’s Kansas City speist. Auf satte elf Minuten breitet sich die Gossen-Saga um Protagonisten der Warhol’schen Factory aus. Auch der in seiner Aussage nicht minder forsche Velvet-Underground-Klassiker ›I’m Waiting For The Man‹ zerdehnt sich afroamerikanisch funky auf runde 13 Minuten. Knapp darunter datiert das herrlich hypnotisch schwebende ›Kicks‹ mit zwölf Minuten. ›I Believe In Love‹ und ›You Wear It So Well‹ mangelt es hingegen ein wenig an Tiefgang. Beide stammen aus ROCK AND ROLL HEART – eines von Reeds schwächeren Werken der 70er Jahre. Versöhnlich stimmt hingegen das schwelgerisch zelebrierte Finale mit ›Coney Island Baby‹ im Zeitlupentempo.

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