Lebenslinien: Ian Anderson (Jethro Tull)

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Lebenslinien: Ian Anderson (Jethro Tull)


Tony Iommi
Tony wäre um ein Haar Gitarrist bei Jethro Tull geworden. Als Mick Abrahams 1968 die Band verließ und wir nach einem Ersatz für ihn suchten, gehörte Tony zu denjenigen Kandidaten, die bei uns vorspielten. Dass wir uns gegen ihn entschieden, lag daran, dass sein Spielstil nicht zu meinen Vorstellungen passte. Später bei Black Sabbath konnte er dann zeigen, für welche Musikrichtung Tony perfekt geeignet ist. Er hat Black Sabbath mit seinem Spiel zur Legende gemacht. Ich glaube, dass er nicht gerne über die Audition bei Jethro Tull spricht, denn letztendlich mussten wir ihm ja absagen. Andererseits können wir heute darüber schmunzeln, denn dass Tony selbst eine Legende ist, wissen alle. Er hätte einfach nicht zu Jethro Tull gepasst.

Martin Barre
Anstatt für Tony Iommi entschieden wir uns damals für Martin Barre als Nachfolger von Mick Abrahams. Martins Vorstellungen von Rockmusik passten von Anfang an zu meinen. Sein größter Vorteil: Er war stilistisch noch leichter zu formen, sein eigener Stil war noch nicht allzu sehr ausgeprägt, sodass man ihn leichter für die Musik von Jethro Tull einsetzen konnte. Außerdem hatte Martin zwar noch wenig Erfahrung, aber er lernte unheimlich schnell und wurde so zu einem sehr wichtigen Impulsgeber für Jethro Tull.

Florian Opahle
Florian entdeckte ich, als er mit Masha im Vorprogramm von Jethro Tull spielte. Florian stammt aus Rosenheim in Bayern und war gerade 19, als ich ihn zum ersten Mal spielen sah. Ich muss sagen: Er beeindruckte mich, auch aufgrund seines Ehrgeizes. Florian lernt jeden Tag etwas Neues hinzu, und als ich vor zehn Jahren mit meinen Orchesterkonzerten durch Amerika und Europa reisen wollte, fragte ich ihn, ob er der Gitarrist des Projektes werden möchte. Irgendwann war er dann auch als Ersatz für Martin Barre dabei, wenn Martin keine Zeit hatte oder auf bestimmte Tourneen nicht mitfahren wollte. Ich halte sehr viel von Florian, er ist ein toller Typ und großartiger Musiker.

Shona Learoyd
Shona ist meine zweite Ehefrau. Nachdem sie die Sekretärinnenschule absolviert hatte, arbeitete sie zunächst für Apple Records, die Plattenfirma der Beatles. Ich glaube, die Beatles lösten sich kurze Zeit später auf, aber die Plattenfirma existierte weiter und Shona arbeitete überwiegend für George Harrison und Ringo Starr. Dann wechselte sie zur EMI und anschließend zu der Plattenfirma, bei der Jethro Tull unter Vertrag standen. So lernte ich sie kennen, denn sie war ab 1974 unsere persönliche Sekretärin. 1976 haben wir dann geheiratet.

James & Gael Anderson
James und Gael sind meine wunderbaren Kinder. Gael hat zunächst an der Universität studiert, dann bei der BBC angefangen und ist anschließend zu einem kleinen unabhängigen Fernsehsender gewechselt. Vor sechs Jahren hat sie den Schauspieler Andrew Lincoln kennengelernt, der unter anderem auch mit Gwyneth Paltrow gedreht hat. Zurzeit leben Gael und Andrew in Atlanta, Georgia, weil Andrew dort die sechste oder siebte Staffel der Serie „The Walking Dead“ dreht. Irgendwann Ende des Jahres wird sie mit ihrem Mann nach Großbritannien zurückkehren, wo sie ganz in meiner Nähe auf einer kleinen Farm wohnt.

James ist mein ganzer Stolz, er hat schon mehrfach in meiner Band Schlagzeug gespielt. James hat ebenfalls zunächst studiert und sich dann als Roadie, als Bühnentechniker, als Lichttechniker und als Produktionsmanager verdingt. Wie gesagt: Er hat auch schon für Jethro Tull getrommelt. Leider hat er sich vor kurzem beim Snowboarden verletzt, sodass er zurzeit nicht spielen kann. Aber ich gehe davon aus, dass er demnächst wieder einsatzfähig sein wird.

1 Kommentar

  1. as hytl shakeaspearez
    time will come
    wishbone ash

    in Zwickau 24.8 2018

    hidin on a parkbench
    badIntent
    das Alein ist daher da ,daes alien
    😉

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