Gamechangers: Alben, die veränderten, wie wir Gitarre spielen Teil 4/7

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Gamechangers: Alben, die veränderten, wie wir Gitarre spielen Teil 4/7

Black Sabbath
PARANOID (1970)

Man kann nicht wirklich über Tony Iommis Einfluss auf die Metal-Gitarre reden, ohne seine fehlenden Fingerkuppen zu erwähnen. Bei einem Arbeitsunfall in einer Blechfabrik verlor er die Enden des Ring- und Mittelfingers seiner rechten Hand. „Das machte mir meine Grenzen bewusst“, sagte er. „Na ja, Dinge, die ich vor dem Unfall tun konnte, aber nicht mehr danach. Ich versuchte, das zu kompensieren und meinen Sound noch größer zu machen.“ Wie PARANOID zeigt, entwickelte Iommi nicht nur einen riesigen Sound, sondern definierte auch die Blaupause für das Metal-Gitarrenspiel im Allgemeinen. Interessant ist dabei auch, dass dieser monströse Klang nicht davon beeinträchtigt wurde, dass er sehr leichte Saiten verwenden musste. Ein Schlag ins Gesicht für die „Schwere Saiten ist gleich schwerer Sound“-Fraktion.

Sex Pistols
NEVER MIND THE BOLLOCKS (1977)

Der oft zitierte Plan des Pistols-Managers Malcom McLaren, „vier Kids“ zu finden, „dafür zu sorgen, dass sie einander hassen, und dafür zu sorgen, dass sie nicht spielen können“ gab vielleicht gute PR ab, doch so richtig traf es dann doch nicht zu. Okay, die Pistols mögen sich nicht besonders gut verstanden haben, doch Schlagzeuger Paul Cook, Originalbassist Glen Matlock und Gitarrist Steve Jones konnten ganz eindeutig spielen. Jones’ brüllender Donner aus Les Paul Custom und Marshall-Turm auf NEVER MIND THE BOLLOCKS beeinflusste alle, von Guns N’ Roses über Rancid bis hin zu Oasis. Jones ist der wohl unterschätzteste Gitarrist diesseits von Paul Weller und sein Rhythmusspiel ist absolut tight. Schade nur, dass alles den Bach runterging, als Sid Vicious Matlock ersetzte und die Pistols Amerika eroberten. Aber hey, wir werden uns bis in alle Ewigkeit von Jonesies Eröffnungssalven auf ›God Save The Queen‹ und ›Pretty Vacant‹ inspirieren lassen können.

Van Halen
VAN HALEN (1978)

Abgesehen davon, dass VAN HALEN bei seinem Erscheinen das gesamte Rockgitarren-Regelwerk in die Tonne trat, das Album veränderte auch, wie Musiker über ihr Equipment dachten. In den 80ern erlebten wir den Aufstieg der „Super-Strat“, einer Gitarre mit einem Gibson-artigen Humbuck-Pickup, der an die Brückenposition eines Fender-Körpers gemeißelt war. Eddie Van Halen war das Mastermind hinter dieser Idee. Schon Mitte der 70er hatte er versucht, eine Gitarre mit der Power und dem Klang einer Gibson und dem leichteren Körper mit doppeltem Ausschnitt und schlanken Ahornhals einer Stratocaster zu erschaffen. Das Ergebnis, die „Frankenstrat“, wies Gitarrenherstellern wie Kramer – mit denen Eddie zusammenarbeitete –, Charvel, Jackson und Ibanez den Weg, die ihre eigenen Varianten seines Konzepts entwickelten. Plötzlich hatten wir die Mittel, schneller und spektakulärer zu spielen. Seit Künstler und Erfinder Les Paul 50er hatte niemand solchen Einfluss darauf gehabt, wie und was wir spielten.

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