Foo Fighters: Berlin, Mercedes-Benz-Arena (08.11.15)

-

Foo Fighters: Berlin, Mercedes-Benz-Arena (08.11.15)

Foo Fighters st cecilia ep 2015Auf dem Rock-Thron.

D ave Grohl ist ein zäher Hund. Der Sänger und Gitarrist der Foo Fighters hatte sich mitten in der SONIC-HIGHWAY-Tour das Bein ge­­brochen. Doch anstatt die Konzertreise für beendet zu erklären, ließ er sich von seiner Crew einen fahrbaren Sitz bauen und bestritt mit diesem den Rest der Tour – so auch den Berlin-Gig An­­fang November.
Brav sitzen zu bleiben fiel dem agilen Frontmann je­­doch schwer – zu sehr rissen ihn offenbar die eigenen Songs sprich­­wörtlich vom Hocker. Die Fans standen dicht an dicht in der gigantischen Mercedes-Benz-Arena und feierten ab dem Moment, als bei ›Everlong‹ der Vorhang fiel, jede Note frenetisch ab. Die spielfreudige Band schritt jedoch auch mit gutem Beispiel voran, denn die sechs Musiker ergingen sich immer wieder in epische Improvisationen und dehnten das 23-Song-Set so auf etwa drei Stunden aus. Grohl agierte dabei von seinem imposanten Thron (O-Ton: „I don’t usually sit on this fuckingly amazing throne“) aus als aufsässiger Rock-Animateur, der die Menge mit Schreien, Grimassen und Gesten in einen dionysischen Rauschzustand (ver)führte.
Zu den Highlights des Abends gehörte das mit Bob Mould (Hüsker Dü) performte ›Dear Rosemary‹ und das Kiss-Cover ›Detroit Rock City‹, der Vorstellungsteil mit Song-Fragmenten von Van Halen, Mötley Crüe und Queen, das Pink-Floyd-Cover ›In The Flesh‹ sowie natürlich die eigenen Stücke, von denen ›The Pretender‹, ›Times Like These‹, ›All My Life‹ und ›These Days‹ besonders intensiv wirkten. Als Überraschung für das deutsche Publikum gab es dann spontan die Ballade ›Wheels‹, die laut Grohl einzig hierzulande gefordert werde. So musste er sich zu­­nächst bei seinen Mitmusikern nach den Akkorden erkundigen, um sie anstimmen zu können. Zugaben gab es nach alter Foo-Fighters-Tradition nicht, da die Band es unangemessen findet, von der Bühne zu gehen, um danach doch wieder zurück zu kommen. Recht so! Sound, Licht und Videoshow waren ebenfalls phänomenal, sodass der Saal nach dem großen Finale ›Best Of You‹ förmlich kochte. Bleibt nur zu hoffen, dass die Amis ihr Versprechen, beim nächsten Mal wieder in die Hauptstadt zu kommen, alsbald wahrmachen!

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Yes: Drummer Alan White verstorben

Alan White, Schlagzeuger von Yes, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Das teilte seine Frau in folgendem Statement...

Simon McBride: THE FIGHTER

Musterschüler in der „School Of Rock“ Gerade erst haben Deep Purple angekündigt, dass Gitarrist Simon McBride vorübergehend für ihren Stamm-klampfer...

Michael Schenker Group: UNIVERSAL

Eine gut geölte Maschine Michael Schenker befindet sich seit dem Michael-Schenker-Fest-Erstling RESURRECTION (2018) ohne Zweifel im zweiten Frühling seiner (Platten-)Karriere....

Def Leppard: DIAMOND STAR HALOS

Das funkelnde zwölfte Studioalbum zeigt die Truppe aus Sheffield kraftvoll wie eh und je Der Titel dieser siebten Platte des...

Rückblende: Stevie Nicks und Tom Petty mit ›Stop Draggin’ My Heart Around‹

Ein Song, den Tom Petty schon aussortiert hatte, wurde über Umwege zu einem Petty/Nicks-Duett – und dem massiven Singlehit,...

Scorpions: Don’t Stop Believing

Während der bescheidenen Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum ihrer ersten Veröffentlichung bereiten sich die Scorpions auf ihr 19. Album ROCK...

Pflichtlektüre

Joe Bonamassa – BRITISH BLUES EXPLOSION LIVE

Bonamassas Hommage an Jeff Beck, Eric Clapton und Jimmy...

Deep Purple

Keine Band tourt öfter und härter als die britischen...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen