ELVIS PRESLEY: Der Messias

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Parker mischt sich in künstlerische Belange nicht ein. Seine Stärken liegen woanders. Gegenüber RCA hat er es durchgesetzt, dass zusätzlich zwei Musikverlage für Elvis-Titel eingerichtet werden: „Gladys Music“ und „Elvis Presley Music“. Wann immer Presley einen Song aufnimmt, muss der betreffende Titel, auch wenn sein Komponist bereits bei einem anderen Musikverlag unter Vertrag ist, in einem dieser beiden Elvis-Verlage erscheinen.

Bisweilen setzt Parker auch durch, dass sein Schützling als Co-Komponist angeführt wird. Auf diese Weise fließt ein Teil der Verleger- und Urhebertantiemen an Elvis und damit prozentual auch an Parker. Der Komponist Robert Blackwell sah diese erpresserische Vorgehensweise im Rückblick gelassen: „Entweder wir waren damit einverstanden oder Elvis würde das Material nicht aufnehmen. Uns machte das nichts aus. Warum auch? Wissen Sie, wie viele Platten Elvis verkaufte? Fünfzig Prozent von einigen Millionen Platten ist erheblich besser als einhundert Prozent von nichts. Wir waren nicht sauer. Wir waren glücklich!“

Auch bei den Arrangements der Songs, die gemeinsam mit den Musikern im Studio erarbeitet werden, hat Elvis freie Hand. Zum Team gehören neben den alten Bekannten Bill Black, Scotty Moore und D.J. Fontana auch der Klavierspieler Floyd Cramer, Gitarrenvirtuose Chet Atkins sowie das Quartett The Jordanaires als Background-Sänger. „Ich kann fünfzehn Songs bei einer Session aufnehmen“, lässt der Sänger zu diesem Zeitpunkt verlauten. „Manchmal komme ich mit den Jungs am späten Abend zusammen, und wir hören erst am nächsten Vormittag auf.“ Alles läuft rund. Die Geldmaschine rotiert. In der Chefetage von RCA sieht man allenthalben zufriedene Gesichter – da erhält Elvis Presley am 19. September 1957 seinen Einberufungsbescheid. Er ist 22 Jahre alt.

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