ELVIS PRESLEY: Der Messias

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ELVIS PRESLEY: Der Messias

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Gladys bringt 1935 Zwillinge zur Welt, doch das erstgeborene Baby ist tot. Eine halbe Stunde später hält Vernon Presley das zweite im Arm, dem er den Namen Elvis gibt – ein Anagramm von „lives“: „lebt“. Vernon Presley ist oft arbeitslos. Als er wieder einmal keinen Ausweg weiß, fälscht er einen Scheck von seinem Arbeitgeber Orville Bean. Der Betrug fällt auf, und Vernon wird für anderthalb Jahre auf die berüchtigte Parchman-Farm verbracht. Doch damit nicht genug: Bean jagt Gladys mitsamt ihrem dreijährigen Kind aus dem Haus. Eine Reihe von Umzügen beginnt.

Elvis Jailhouse rock

In der Schule ist Elvis aufgrund seiner Zartheit das Ziel von Spott und Hänseleien. Einen Ausgleich findet er früh in der Musik: im Blues, im Country, mehr aber noch in der Gospelmusik. „Seit ich ein Kind war, wusste ich, dass etwas mit mir geschehen würde“, äußert sich Elvis später einmal. „Ich hatte keine Vorstellung, was es sein würde, aber es war ein Gefühl, dass die Zukunft irgendwie hell schien.“ Diese Schilderung trifft es nicht ganz. Der Legende nach war Elvis ein einfacher LKW-Fahrer und wurde durch Zufall entdeckt. Tatsächlich aber ist es sein frühes Interesse an jeder Art von Musik, die Elvis für seine spätere Karriere positioniert.

Die Presleys leben in Tupelo am Rande eines Viertels namens Shakerag, dem Black Quarter des Ortes. Gierig saugt der junge Elvis die Musik der dort wohnenden Farbigen auf. Darüber hinaus ist er bereits als Schüler oft im Studio des Radiosenders WELO zu Gast, wo Carvel Lee Ausborn alias Mississippi Slim regelmäßig eine Live-Sendung bestreitet. Mississippi Slim (nicht der Blues-, sondern der gleichnamige Country-Sänger) wird Elvis’ erstes Idol. Der Junge folgt ihm überallhin. Im Gegenzug bringt der Countrybarde seinem jungen Fan erste Gitarrentricks bei. Jung-Elvis tritt sogar ein paar Mal in Ausborns Radioshow auf.

Doch die Weichen für die spätere Karriere werden durch etwas anderes gestellt: Die Behörden von Tupelo, damals ein kleines 6.000-Einwohner- Kaff, legen Vernon Presley nahe, den Ort zu verlassen, angeblich, weil er des Öfteren Schweine verkauft, die ihm nicht gehören. So verlassen die Presleys im September 1948 mit ihrem 13-jährigen Sohn Mississippi und übersiedeln nach Memphis. Ihre komplette Habe passt in den Kofferraum und auf das Dach ihres alten 1939er-Plymouth.

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