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    Eagles – DESPERADO

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    Eagles – DESPERADO

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    The EaglesDüster-pessimistische Westernoper: Einen Tequila Sunrise, bitte!

    Ich war für kreative Ideen und kontroverse Meinungen zuständig, er für die romantische Poesie“, kommentiert das künstlerisch omnipotente Gründungs-mitglied Glenn Frey einst seine langjährige Partnerschaft mit seinem ebenfalls multitalentierten Bandkumpel, Schlagzeuger und Sänger Don Henley. Heutzutage agieren beide im Gespann mit Joe Walsh und Timothy B. Schmitt unter Ausschluss des verfemten Gitarristen Don Felder wieder gemeinsam in jener Formation, die mit Freiheit assoziierender Namensmetapher als Inbegriff des modernen Ameri-can Way Of Life der 70er Jahre galt: The Eagles. Im Wechselbad aus Talent und Erfolg, Drogen und Größenwahn sowie Millionärsstatus und Weltruhm gediehen von 1972 bis 1979 sechs längst mit Platin ausgezeichnete Alben. Dass die perfekte Überblendung aus Bluegrass, Country, Folk, Pop und Rock’n’Roll zumindest bei den beiden ersten Alben im Pop-Mekka London unter Ägide von Produzent Glyn Johns entstand und nicht etwa irgendwo in ländlicher Studioidylle zwischen Tumbleweeds, Rinderzucht und Pferdestallgeruch, verblüfft selbst heute noch. Johns, der zuvor schon Steve Miller, Led Zeppelin, Beatles, Rolling Stones, Humble Pie, The Who und Faces betreut hatte, kam großer Anteil bei der stilistischen Positionierung zu. Als der Geldregen für die in Los Angeles beheimatete Formation startete, wurde er schnöde nach Hälfte der Produktion zum dritten Longplayer ON THE BORDER vor die Türe gesetzt. DESPERADO, zweites Album nach selbstbetiteltem Durchbruchsdebüt von 1972 mit gleich drei Hitsingles, ging als puristisches Werk des damals mit Gitarrist Bernie Leadon und Bassist Randy Meisner komplettierten Quartetts in die Rock-Annalen ein. Zwischen rustikalen Wurzeln und unüberhörbaren Reminiszenzen an die Urväter des Country-Rock, The Byrds, International Submarine Band und The Flying Burrito Brothers mit Gram Parsons, operierte die aufgrund ihres mythisch-realen Themas ein wenig düster-pessimistisch geratene Westernoper. Ein ebenso wie das Cover in bräunlichen Sepia-Tönen gehaltenes Konzeptwerk um den Wilden Westen und die Dalton-Gang, jenen Outlaw-Familienclan, der zwischen 1890 und 1892 als Bank- und Zugräuber zweifelhaften Ruhm erntete und auch nach Liquidierung der vier Haupttäter in der James-Younger-Gang um Jesse James seine Fortsetzung fand. Wie schon auf dem Erstling THE EAGLES wirkte wieder Freys damaliger Wohnungsnachbar Jackson Browne mit: ›Doolin-Dalton‹, von Fernweh, Lebenslust und Abenteuersehnsucht geprägter Opener und Closer, entstand im Teamwork mit Frey, Henley, Browne und J.D. Souther. Für die noch heute im Radio populären Evergreens ›Tequila Sunrise‹ und ›Desperado‹ zeichneten indes Frey und Henley verantwortlich. Vom seinerzeit aufstrebenden Singer-Songwriter David Blue stammt das thematisch passende ›Outlaw Man‹. Country-Purist Bernie Leadon steuerte ›Twenty-One‹ und ›Bitter Creek‹ in den von Jim Ed Normans dezenten Streicherarrangements umflorten Liedzyklus bei.

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