Album des Lebens: AC/DC – POWERAGE

ACDC powerageIn der Rubrik „Album des Lebens“ stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert hat…

Mein Vater sitzt Lord Extra rauchend an diesem Abend des 8. September 1979 neben mir auf dem dackelbraunen Ledersofa. Im ZDF läuft um 19:30 Uhr die Sendung „Rock Pop“. Moderator Christian Simon kündigt an diesem Samstag leicht aufgekratzt eine australische Band an. Und dann ein Blitzeinschlag mit Nebenwirkungen: Bon Scott bei uns im Wohnzimmer, ein irres Erlebnis! In dieser Zeit werden AC/DC zum ultimativen Lebensratgeber: Gehen wir Flippern oder reicht das Taschengeld doch nur für Abhängen am Emscherbecken? Sollen wir die Mädchen in der „Teenothek“ ärgern oder bleiben wir doch daheim und tauschen MAD-Hefte? What’s next to the moon?

Diese Band hat stets die richtigen Antworten parat. Denn mit den Gebrüdern Young sind hier die besten Gitarristen der Welt am Start. Doch nicht nur das. Das stoisch-lässige Spiel von Phil Rudd bringt meinen Schlagzeuglehrer später oft zum Verzweifeln, weil Rudd zwar ohne Notenblatt spielt und trotzdem jeden Beat wie ein Feuerwerk inszenieren kann. On top Cliff Williams, der Ruhepol und Hobbyangler, der wie Fensterkitt diese Butzenscheiben des Hardrock zusammen hält, obwohl immer alles kurz vor der Explosion steht. Im Fokus steht aber Bon, der Rock‘n’Roll-Prototyp. Er trägt nur eine Jeansweste und seine Hose ist so eng, dass sie eigentlich aufplatzen müsste.

Im TV singt er zwar vom ›Highway To Hell‹, doch am Montag darauf kaufe ich beim Interfunk-Fachgeschäft Sors in Dortmund das Album POWERAGE. Nicht nur, weil Angus auf dem Cover gefährlicher als der Teufel aussieht, sondern weil dieses Album für meine Geldbörse wie ein ›Down Payment Blues‹ funktioniert: Es ist sogar noch zwei D-Mark günstiger als ihr aktueller Output.

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