Ace Frehley im Interview: Absolut acefiziert!

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Ace Frehley im Interview: Absolut acefiziert!

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Wenn es der Plattenvertrag verlangt, dann nimmt Ace Frehley eben widerstandslos ein weiteres Cover-Album auf. Und wie immer kein Blatt vor den Mund, wenn es um sein Leben und Schaffen geht. Im Interview mit CLASSIC ROCK plaudert der Spaceman über das neue ORIGINS VOL. 2, die guten alten Zeiten, seine größten Vorbilder und seinen aktuellen Gesundheitsstatus.

Hast du ORIGINS VOL. 2 wieder nur wegen deines Vertrags mit dem Label gemacht?

Es war schon Teil des Vertrags, aber es hat dieses Mal viel mehr Spaß gemacht. Da der Vorgänger so erfolgreich war, war der ganze Prozess hinter VOL. 2 einfacher, weil ich inzwischen die Formel raushabe. Man nehme ein paar Songs von Künstlern, die mich beeinflussen sowie gute Gastmusiker und Freunde, die mithelfen. Das funktioniert. Wenn man das Material anderer Leute spielt, kann man trotzdem etwas Eigenes draus machen. Oder wie mein Management dazu sagt: „Acefy it“. (lacht)

Warum wiederholst du dich in der Auswahl der Künstler, die du coverst?

Naja, einige dieser Bands haben mich einfach sehr stark beeinflusst. Deswegen habe ich Led Zeppelin und Cream und die Stones nochmal draufgepackt. Als ich Led Zeppelin zum ersten Mal live im Fillmore East in New York sah, war ich 17 und es veränderte mein Leben.

Was war der erste Song, der dich umgehauen hat?

Das erste Konzert, das ich jemals besuchte, war von Mitch Ryder & The Detroit Wheels. Und The Who und Cream waren die Supportbands. Ich hatte keine Ahnung, wer die waren, aber ich war mit meinen 15 Jahren komplett von den Socken. (lacht) Dann kamen eben Led Zeppelin und die Jimi Hendrix Experience, natürlich auch die Beatles und die Rolling Stones – die ganze British Invasion hat mich als Gitarrist stark beeinflusst.

Vor kurzem sprach ich mit Dave Hill. Waren Slade auch wichtig in deiner musikalischen Entwicklung?

Ja, waren sie. Ich wollte fast schon einen Slade-Song auf ORIGINS VOL. 2 packen, aber Noddy Holder hat so eine kraftvolle Stimme, da kann ich nicht mithalten. Vielleicht nehme ich für VOL. 3 ein Slade-Cover auf. Mein Liebling war schon immer ›Cum On Feel The Noize‹, mein absolutes Motivationslied. Ich habe es früher immer sehr laut angehört, bevor ich auf Sauftour gegangen bin. (lacht) Wahrscheinlich lasse ich es dann von einem Gast-Sänger singen. Auf dem aktuellen Album haben wir eine Nummer von Humble Pie und ich könnte nicht ansatzweise wie Steve Marriott singen, deswegen hat den Job Robin Zander von Cheap Trick übernommen.

Und John 5 und Lita Ford sind auch wieder dabei…

Die beiden sind gute Freunde von mir. Lita Ford kenne ich schon, seit sie bei den Runaways dabei war, sie ist fast wie eine Schwester. Wenn wir in meinem Heimstudio aufnehmen, bleibt sie gleich das ganze Wochenende da. Und auch mit John 5 bin ich seit einigen Jahren befreundet. Er ist ein grandioser Musiker, die meisten seiner Gitarrensoli fürs Album hat er nur einmal eingespielt. Grundsätzlich arbeite ich bevorzugt mit Leuten zusammen, die ich gerne um mich habe.

Wann hast du eigentlich angefangen mit VOL. 2?

Das ist eine sehr gute Frage, ich habe es nämlich vergessen. (lacht) Irgendwie ist das schon so lange her. Vor Weihnachten war jedenfalls die ganze Platte fertig. Aber durch die Pandemie wurde der Veröffentlichungstermin immer weiter nach hinten geschoben. Ich freue mich sehr, dass meine Fans das Ding nun im September endlich zu hören bekommen.

Warum hast du dich für den Kiss-Song ›She‹ entschieden?

Das Lied hatte ich tatsächlich zuletzt auch live mit meiner Band gespielt, bevor die Pandemie so richtig losging. Anfangs hatte ich elf Songs aufgenommen, dann wollte die Plattenfirma noch einen Bonustrack und meinte, eine Kiss-Nummer wäre sinnvoll. Meine Version von ›She‹ klingt nicht nur gut, sie ermöglichte es meiner Tour-Band zudem, auch auf dem Album vertreten zu sein.

Apropos Kiss. Bruce Kulick ist ja auch dabei…

Bruce und ich kommen schon immer gut miteinander aus, wir respektieren uns gegenseitig. Vor ein paar Jahren traf ich ihn bei der Kiss-Kruise und er zeigte sich sehr interessiert, auch mal auf einer meiner Platten mitzuspielen. Ich bin mehr als froh, dass er dabei ist, weil er ein großartiger Gitarrist ist und ein umgänglicher Typ dazu. Er schickte mir ein paar Soli, ich suchte mir die aus, die mir am besten gefielen und zack, fertig. All das via Email, so einfach geht das heutzutage. Ich meine, ich erinnere mich noch, wie wir früher 2-Zoll-Magnetband benutzen und alles mit Rasierklingen statt einer Maus editieren mussten. (lacht)

(lacht) Welche Methode hast du lieber?

Ach, ich mag beides. Aber heute geht halt alles viel schneller und ich kann inzwischen das meiste selber machen. Ich bin fit mit Protools und der ganzen Technikseite, wobei ich mich lieber auf den kreativen Prozess konzentriere.

Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

Der Mountain-Song gefällt mir sehr gut, der ist echt stark geworden. Genauso wie ›Good Times, Bad Times‹, wo ich am Ende die Lyrics etwas abgeändert habe. Die Cream-Nummer ist total heavy. Das Besondere daran ist, dass ich und John 5 simultan soliert haben. Wenn du das mit Kopfhörern anhörst, merkst du, dass wir die Soli gekreuzt haben, mein Solo läuft von links nach rechts, während seines von links nach rechts wandert. (kichert)

Wie sieht dein Alltag derzeit aus?

Ach weißt du, ich bin gerade aus Kalifornien zurück nach New Jersey gezogen. Ich lebe an einem schönen Fleckchen Erde. Mein Haus steht auf einem Hügel, das Grundstück ist sehr groß, in den Keller baue ich ein neues Aufnahmestudio. Ich weiß schon genau, wie alles aussehen wird. Ähnlich ist es, wenn ich Songs schreibe: Ich spüre schon vor den Aufnahmen, wie es sich anhören muss. Derzeit fühlt es sich an, als wären alle Puzzleteile schon immer dagewesen – ich musste sie nur richtig zusammensetzen. Das habe ich getan und mir geht es gerade sehr gut. Vor einem Jahr habe ich mit Rachel Schluss gemacht und lebe jetzt mit meiner neuen Freundin Laura zusammen. Sie ist Grundschullehrerin und wir sind seelenverwandt. Beim Arzt war ich letztens auch zum großen Check-Up, da passt alles. Ich meine, mein Papa wurde 96 Jahre alt. Also gar nicht so schlecht. Die Zukunft sieht rosig aus. (lacht)

Denkst du in diesem ganzen positiven Umfeld schon an ein neues Album?

Ja, tatsächlich schreibe ich schon ein bisschen. Ich will nicht zu viel verraten, aber erst gestern Nacht bin ich aufgewacht und habe ganz schnell einige Textzeilen in mein iPhone getippt, damit ich sie nicht vergesse. (kichert)

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