-

Wolf Hoffmann – HEADBANGERS SYMPHONY

■

wolf hoffmann albumMetal meets Klassik.

Wenn Metaller in die Jahre kommen, werden sie mitunter unoriginell, glauben aber, sie hätten das Ei des Kolumbus gefunden. Zugegeben, wie Wolf Hoffmann bei seiner Stammband Accept immer wieder klassische Sequenzen in chrompolierte Heavy-Melodien einfügte, war oft grandios. 1985 waren die Tschaikowsky- und Beethoven-Zitate im Song ›Metal Heart‹ bahnbrechend. Aber im Hier und Jetzt wird ein zusammengeflickter Klassik-Teppich serviert, der nicht so richtig passt. Auch klanglich ist das Werk nicht ausgereift, da die Produktion so aufgeplustert und maschinell klingt wie eine schlecht produzierte Nightwish-Platte. Das Programm ist zudem klischeemäßiger ausgewählt als auf einer „James Last spielt Klassik“-Platte aus den 70er Jahren. Die ›Symphony No. 40‹ von Wolfgang Amadeus Mozart ist genau so wie ein tonales Fragezeichen arrangiert worden wie ›Night On Bald Mountain‹ des russischen Komponisten Modest Petrowitsch Mussorgski. Besonders schwierig sind die Versatzstücke aus der Puccini-Oper „Madame Butterfly“ und aus Tschaikowskis „Schwanensee“. Auf die klassische Melodie wird eine kitschig wiehernde Gitarre drübergelegt, die trashiger klingt als barbusige Airbrush-Verzierungen auf Opel-Manta-Motorhauben in den frühen 80er Jahren aussahen. Ein paar Höhepunkte gibt es auch, zum Beispiel das verträumte ›Adagio‹ oder das dynamische ›Meditation‹. Aber das ist für eine Solo-Platte von einem der wichtigsten deutschen Heavy-Metal-Gitarristen viel zu wenig.

5/10

Wolf Hoffmann
HEADBANGERS SYMPHONY
NUCLEAR BLAST/WARNER

- Advertisement -

Weiterlesen

Lebenslinien: Zakk Wylde

Er spielte jahrelang Gitarre für Ozzy und hörte sich endlose Geschichten von ihm und Lemmy an. Er war im Himmel, als er Elton John...

Endlich am Kiosk & ab sofort im Online-Shop erhältlich: Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK!

TITELSTORY: Pink Floyd – The Wall Tour Ein Meisterwerk auf der Bühne, aber ein Machtkampf hinter den Kulissen. Wie Gigantomanie, finanzielle Debakel und interne Spannungen...

IN MEMORIAM PHIL LYNOTT

40 Jahre nach seinem Tod sprechen Scott Gorham, Eric Bell, Mark Stanway, Laurence Archer und andere über den Bandkollegen und Freund, den sie kannten...
- Advertisment -