Willy DeVille – PISTOLA

-

Willy DeVille – PISTOLA

willy deville albumWilly DeVilles grandioses Finale.

Mit Grenzgängen zwischen Soul, Blues, Rock, Latin, Cajun, Creole, Caribbean, Doo Wop und Rhythm’n’Blues taumelte Willy Deville in der zweiten Hälfte der 70er Jahre aus dem Dunstkreis des New Yorker CBGB. Nach exzellenter LP-Trilogie CABRETTA, RETURN TO MAGENTA und LE CHAT BLEU zum Karriereauftakt, folgte über Dekaden hinweg eine künstlerische Berg- und Talfahrt unter dem mehr oder minder starken Einfluss an legalen wie illegalen Stimulanzien. Als William Paul Borsey Jr. alias Willy DeVille 2008 ans Ende dieser Reise gelangte, legte er mit finalem PISTOLA noch einmal ein mit Multiinstrumentalist John Philip Shenale grantig co-produziertes Rockwerk vor, das nahtlos an die grandiose Frühphase anknüpfte. Erschienen am Mardi Gras Day und eingespielt in New York und Los Angeles, zierte das Cover ein Foto des Multitalents im verwegenen Indianer-Look – ein Querverweis auf DeVilles Pequot-Vorfahren. Über den Auftakt ›So So Real‹ hätte sich auch Keith Richards gefreut, wäre er denn aus seiner Feder geflossen. Knackiger Funk im Reggae-Takt dominiert das Lebensresümee ›Been There Done That‹. Springsteen’sche Qualitäten besitzt die mit Banjo verzierte Streicher-Ballade ›When I Get Home‹. Louisiana-Voodoo-Zauber à la Dr. John verströmt das hypnotische ›You Got The World In Your Hands‹, von knurrigem Sprechgesang umflort zeigt sich ›Stars That Speak‹. Gespenstischer Zeitlupen-Blues mit Slide-Gitarre hält ›I’m Gonna Do Something The Devil Never Did‹ bereit. Wohl schon bei Manitou und seinen Ahnen wähnte sich DeVille in der indianischen Trance-Hommage ›The Mountains Of Manhattan‹. Ein Werk wie aus einem Guss, das in der Neuauflage in 180-Gramm-Gold-Vinyl erscheint.

9/10

Willy DeVille
PISTOLA
EAGLE ROCK

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Blues Boom: Robert Johnson

Walter Trout über den Einfluss des Königs des Delta Blues und die Legende von der Sache mit der Weggabelung. Robert...

In Memoriam: Aretha Franklin

Heute im Jahr 2018 ist eine der ganz Großen von uns gegangen. Sie war die erste Frau, die in...

Werkschau: Unser Album-Guide zu Elvis Presley

Wir suchen uns die Highlights in der Karriere des hüftwackelnden, Eltern provozierenden ehemaligen Lkw-Fahrers heraus, der zum unangefochtenen König...

Wucan: Krautig und wunderbar kauzig

Wucan in eine plakativ beschriftete Retro-Rock-Schublade zu packen, wäre zu einfach. Zwar versprüht die Band einen deutlichen Vintage-Vibe, beruft...

Video der Woche: Crosby, Stills, Nash & Young mit ›Almost Cut My Hair‹

David Crosby wird heute 81 Jahre alt. Zur Feier des Tages blicken wir deshalb auf das Jahr 1974 zurück...

Meine erste Liebe: Kevin Cronin über CROSBY, STILLS & NASH

Der Frontmann von REO Speedwagon über das Debüt der Folkrock-Supergroup. Ich war ein Riesenfan von Buffalo Springfield, The Byrds und...

Pflichtlektüre

Louise Lemón: Hier das Video zu ›Not Enough‹ sehen

"Death Gospel" nennt die junge Schwedin Louise Lemón ihren...

Rückblende: The Who – Up, Up And Away

Zwischen 1971 und 1973 machten The Who vor dem...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen