Vista Chino – Kyuss mir den Arsch

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Vista Chino – Kyuss mir den Arsch

Viele Hässlichkeiten wurden im Streit um das Erbe der vielleicht verehrtesten Band der 90er ausgetauscht. Doch allen Streitigkeiten zum Trotz ist John Garcia optimistisch, dankbar und voller Tatendrang geblieben. Das neueste Kapitel in der wendungsreichen Geschichte des Sängers wird aufgeschlagen und verheißt viel Gutes.

Vista Chino (2)Natürlich sollte jeder anspruchsvolle Rockliebhaber bestens mit der Vita dieser einzigartigen und bahnbrechenden Band vertraut sein, doch für alle, die Mitte der 90er entweder noch zu jung waren, um diesen erdbebenartigen Sound mitzuerleben, oder so alt, dass der Grunge und/oder die Techno-Revolution sie angewidert von allem Neuen die Scheuklappen aufsetzen ließ, hier noch mal eine kurze Zusammenfassung: Kyuss entstanden Ende der 80er in der kalifornischen Wüste und wurden daher prägend für den sogenannten Desert Rock. Vier Alben erschienen zwischen 1991 und 1995, die letzten drei davon (BLUES FOR THE RED SUN, WELCOME TO SKY VALLEY und …AND THE CIRCUS LEAVES TOWN) gelten mit ihrem unverwechselbaren Klang aus urzeitlich tiefem Bass, Kettensägen-Riffs, seismischem Schlagzeug und neblig verwischten Vocals als absolute Meisterwerke. Auch live galten Kyuss als Naturereignis, und obwohl ihre Plattenverkäufe nie für Edelmetall reichten, wurden sie so kultisch verehrt, dass eine deutsche Musikzeitschrift sich 1995 nach dem Split genötigt sah, eine Petition zur sofortigen Reunion der Band ins Leben zu rufen – und mehrere Tausend Unterschriften sammeln konnte.

Was folgte, ist einigermaßen bekannt: Josh Homme wurde mit seinen Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures und der prominentesten Buddy-Liste des gesamten Business zum ultimativen „cool dude of rock“. Der Rest der Band dagegen segelte in weniger lukrative Gefilde. Frontmann John Garcia gründete die Bands Unida, Slo-Burn und Hermano, kollaborierte mit Danko Jones und The Crystal Method und versucht seit 1999, sein Soloprojekt in trockene Tücher zu hüllen. Doch dann kam ihm seine alte Band noch mal in die Quere…im positiven wie negativen Sinne.

2010 kündigte er an, mit dem Projekt Garcia Plays Kyuss Europa zu beglücken. Der Mythos solle noch einmal aufleben und in Europa war die Fanbase immer am stärksten gewesen. Eine zufällige Begegnung mit den Ex-Kollegen Nick Oliveri und Brant Bjork bei einem Festival lenkte das einmalige Vorhaben jedoch in andere Bahnen. Man stand seit vielen Jahren wieder zusammen auf der Bühne, die Magie war wieder da, Kyuss Lives! waren geboren. Was ursprünglich als Vehikel geplant war, das Soloprojekt Garcia Vs. Garcia zu promoten, entwickelte unverhoffte Eigendynamik, wie John erklärt: „Ich fuhr nach L.A., um mit Brant für die Kyuss-Lives!-Tour zu proben, und jedes Mal, wenn ich wieder nach Hause kam, sagte ich zu meiner Frau: ‚Ich kann einfach nicht glauben, wie sehr ich es liebe, mit diesem Typen zusammenzuspielen!‘. Brant Bjork ist ein echtes Mysterium, niemand macht irgendwas so, wie er es macht. Aber es ist eine Ehre, ihn zu kennen und mit ihm Musik zu machen.“

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