Review: Van Morrison – KEEP ME SINGING

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Review: Van Morrison – KEEP ME SINGING

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van morrisonAus Freude am Singen.

Welch rauschende Feste Van Mor­rison früher feierte, gab‘s zuletzt auf dem neu aufgelegten Live-Album ..IT‘S TOO LATE TO STOP NOW… zu hören. Lyrische Versenk­ungen eines Liebestrunkenen, dargeboten mit der Energie und Unbedingtheit schwarzer Soulgrößen. Genial. Der Furor der frühen Tage ist heute nicht mehr da, Morrison hat sich zum souveränen Soul- und Bluesmaestro gewandelt. Als solcher geht er auf KEEP ME SINGING durch Licht und Schatten. Der Start gerät mit ›Let It Rhyme‹ und ›Every Time I See A River‹ etwas lahm. Besonders letzteres offenbart eine generelle Schwäche in Morrisons Spätwerk. Es klingt bisweilen, nun ja, zu ge­­schmackvoll. Jeder Ton sitzt, jedes Orgelsolo, jeder Streicherpart, jeder Seufzer. Am Ende ist das dann einfach zu gemütlich, zu gefällig. Musik zu Sofa und Rotwein. Da hilft es auch nicht, wenn „I can‘t stand the pain“ behauptet wird. Nicht überzeugen können außerdem der etwas redundante Bluesfeger ›The Pen Is Mightier Than The Sword‹ und die verspielte
›Moondance‹-Reprise ›Look Behind The Hill‹. Dem gegenüber steht das vollmundige, die Liebe zur Musik und alte Helden feiernde Titelstück mit Versen wie: „Little things count in life/Just to know my people got soul/Sam Cooke singing ‚that’s where it’s at‘ and ‚let the good times roll’“. Oder die Pianoballade ›Out In The Cold‹, eine gut siebenminütige Medi­tation über Isolation, Kälte, Liebe und Freund­schaft. ›In Tiburon‹ reist zurück ins San Francisco zu Zeiten von Kerouac, Ginsberg und Chet Baker und versetzt in wehmütig-romantische Stimmung. Auf Anhieb im Ohr sind das gospelige ›Holy Guardian Angel‹ und das unwiderstehlich temperamentvolle ›Too Late‹. So ist das 36. Studioalbum des nordirischen Barden sicher nicht sein bestes, es reißt keine Welten ein. Schön ist es trotzdem, manchmal nostalgisch, und dank klassischer Morrison-Stücke eine Freude für Fans.

7/10

Van Morrison
KEEP ME SINGING
CAROLINE/UNIVERSAL

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