UFO – No Place To Run

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UFO – No Place To Run

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UFO_-_No_Place_To_Run_-_FrontDas Line-up mit Michael Schenker gilt Ufo-Fans gemeinhin als die beste Besetzung. Doch eines war sie mit Sicherheit nicht: die unkomplizierteste. Schenker konnte zwar mit begnadeten Saitenkünsten glänzen, aber auch mit Abwesenheit. So ließ er die Kollegen während der 1977er-US-Tour mit Rush einfach im Regen stehen und verschwand – natürlich ohne sich vorher ab-gemeldet zu haben. Nach Schenkers Abgang Ende ’78 übernahm Paul Chapman (Lone Star) seinen Posten – und mit ihm, einem ebenso zuverlässigen wie talentierten Gitarristen, ging es für die Band steil aufwärts. Nach einem Jahr auf Tour perfekt aufeinander eingespielt, gelang der Band im Januar ’80 mit NO PLACE TO RUN ein Album, das nicht nur mit seiner Musik, sondern auch in Sachen Cover-Gestaltung von sich reden machte: Die Band posiert in klassischem Rocker-Outfit – Jeansjacke, Stretchhose, weiße Turnschuhe. Willkommen in den Achtzigern! Und auch die Songs sind handfeste Rock-Kracher: Nach dem Instrumental-Opener ›Alpha Centauri‹ brettert ›Lettin’ Go‹ aus der Anlage und stellt klar, dass Ufo nun gewillt sind, die Riff-Welt im Sturm zu erobern. Das gelingt der Band auch, denn die anschließende US-Tour läuft hervorragend. „Wir konnten erstmals als Headliner auftreten“, erinnert sich Chapman, „und auch das Album stieg hoch in die Charts ein. Noch heute sprechen mich viele Leute auf die Scheibe an und sagen, dass sie NO PLACE TO RUN für die beste Ufo-Platte aller Zeiten halten.“

Ein Grund für den Erfolg dürfte auch die exzellente Produktion sein: Da die Plattenfirma bereit war, einen saftigen Vorschuss zu zahlen, konnte die Band Beatles-Produzent Geor-ge Martin engagieren. Er verpasste dem Album den richtigen Schliff, hatte jedoch in Sachen Single-Hit keinen Erfolg – obwohl er eigentlich vom Label genau deshalb engagiert worden war. Doch gegen die Renitenz von Ufo kam selbst ein Profi wie er nicht an: verbissene Arbeit an den Song-Details, gerne – aber bloß keine glatte Radionummer!

Dennoch zählt NO PLACE TO RUN – neben OBSESSION, dem letzten Werk mit Schenker – zu den besten Ufo-Veröffentlichungen. Doch neben allem Stolz auf den Applaus, den Ufo einheimsen konnten, hat Chapman auch negative Erinnerungen an diese Zeit. „Wir mussten ständig touren und versuchten, aus den zwölf Monaten eines Jahres 15 zu machen. Es war enorm stressig. Und reich sind wir mit NO PLACE TO RUN auch nicht geworden. Doch das ist unsere eigene Schuld, denn wir haben die Kohle zum Fenster rausgeworfen. Aber welcher junge Musiker denkt schon daran, was in 20 Jahren sein wird? Und diejenigen, die das tun, sind vielleicht finanziell abgesichert – dafür aber totale Langweiler.“

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