Titelstory: Frank Zappa – Der fabelhaft freigeistige Freak-Bruder!

Frank And Gail ZappaWas auch immer man von Frank Zappa halten mag – seiner Musik, seinen politischen Ansichten, seiner Einstellung zu Frauen und Bandmitgliedern –, war er Ende der 60er eine nicht minder wichtige Figur der Rockkultur geworden als all die anderen, von denen man Ähnliches behaupten will. Im Sommer 1970 brachte er die Mothers Of Invention wieder zusammen, weil die Notwendigkeit, auf einer langen Tour die Hallen zu füllen, es verlangte.

[tcsublocker fields=“firstname“]

Er nahm sogar wieder Musik mit ihnen auf. Doch wie Don Preston sagt: „Damals waren wir nur noch angestellte Musiker.“ Und er machte mit einigen von ihnen einen Film: „200 Motels“ – so langweilig, inkohärent und endlos ermüdend wie all die anderen wirklich schrecklich „durchgeknallten“ Filme dieser Zeit. Nur noch langweiliger, inkohärenter und ermüdender.

In erster Linie sollte Frank Zappa aber…Frank Zappa werden. Das bedeutete viele, VIELE weitere großartige Alben – obwohl keines von ihnen jemals so gewagt, scheinbar improvisiert und vom verrückten Spirit jener Zeit belebt war wie die, die er mit den Mothers Of Invention gemacht hatte.

1969 zogen die Zappas schließlich aus dem Holzhaus in ein konventionelleres Zuhause, immer noch in Laurel Canyon, aber diesmal mit Türen, die Schlösser hatten. Für den Rest von Franks Leben sollten sie dort wohnen (Gail lebt dort bis heute). An der Tür zum Keller, in dem er arbeitete, befand sich ein Schild: „Dr Zircon’s Secret Lab In Happy Valley“. Über das, was über die nächsten gut 20 Jahre aus diesem Labor kommen sollte, wird man wohl noch Hunderte von Jahren streiten. Zu seinen Lebzeiten wurden 62 Alben veröffentlicht – Live-, Studio-, Rock-, Jazz-, Orchester-, Einzel-, Doppel- und Dreifachalben –, weitere 35 Originalwerke posthum plus 13 Kompilationen und Boxsets bei der letzten Zählung, und weiß-Gott-wieviele Bootlegs.

„Er wurde von allen Impulsen um ihn herum angetrieben“, so Gail. „Alle anderen in Rockbands saßen üblicherweise rum, kifften und rempelten einander an, während man ihre Songs schrieb. Frank war eindeutig ein Bandleader und tolerierte solches Benehmen nicht in seinem Arbeitsumfeld. Ich glaube nicht, dass er groß gelitten hat, außer dass er nie richtig im Radio oder Fernsehen oder so stattfand.“

Sie erinnert sich, wie Frank sich einmal über sein angeblich langweiliges Leben beschwerte, weil er immer nur arbeitete. „Er schrieb einfach Punkte auf Papier, aber er sprach darüber, diese zu verbinden – was viel darüber aussagt, was er musikalisch tat. Und auch als Gesellschaftskommentar.“ Man, weiß, was sie meint, selbst wenn man es nicht tut. Genauso geht es einem mitunter mit der Musik ihres Mannes.

Der Begriff „musikalisches Genie“ ist so überstrapaziert, dass er schon wieder hinfällig geworden ist. Aber es fällt schwer, ihn in Verbindung mit Frank Zappas Geschichte nicht heranzuziehen. „Ich würde sagen, ja, er war eines – sofern man das Wort ‚musikalisch‘ nicht auslässt“, so Don Preston. „Wäre er eine Genie, hätte er immer noch die erste Band zusammen und wir würden alle Millionen von Dollar verdienen, wie Grateful Dead. Aber ein musikalisches Genie? Ja, absolut.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here