Steel Panther: ON THE PROWL

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Steel Panther: ON THE PROWL

Obacht. Die Panther pirschen wieder!

Wenn die Titelliste eines neuen Albums klingt, als hätte ein kichernder 14-Jähriger sie geschrieben, dann liegt eine neue Steel-Panther-Platte vor. ON THE PROWL ist der sechste Streich der ewig pubertierenden Glam Metaller, die nach Basser Lexxi Foxx nun einen Herren namens Spyder am Viersaiter verpflichtet haben. Die vertonte Pirsch enthält 13 neue Tracks, die genau das abliefern, was man von dem leopardengemusterten Quartett erwartet: Knackigen 80er-Metal, hymnische Refrains, ein paar Metalschnulzen und viel sexuell aufgeladenen und sexistischen Unsinn. Welche Band sonst kann minutenlang „your vagina“ im Chorus rausposaunen und damit unbeschadet durchkommen? Wer das (Kunst-)Haar schütteln möchte, ist mit Songs wie ›Never Too Late (To Get Some Pussy Tonight)‹ oder ›Teleporter‹ gut bedient, die „tiefgründige“ Selbstreflexion ›Is My Dick Enough‹ erinnert an die Variation eines groovenden Circus-Of-Power-Songs, mit ›Pornstar‹, ›Ain’t Dead Yet‹ und ›1987‹ sind einige Powerballaden versammelt. Letztere ist eine rosa gefärbte Ode an die guten alten Zeiten und gleichzeitig bei all dem Spaß vielleicht ein Indiz dafür, dass auch Steel Panther trotz des infantilen „Pussy“-Geschreis nicht jünger werden und ein bisschen von der Komplexität der Gegenwart überfordert sind. ON THE PROWL muss eben, wie alles von den Panthers, innerhalb jenes Korsetts betrachtet werden, das sie sich selbst geschnürt haben. In diesem Kontext eine handwerklich einwandfreie Glam-Metal-Platte.

7 von 10 Punkten

Steel Panther/ ON THE PROWL /STEEL PANTHER INC.

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