Spiral Skies: Verliebt in die Melodie

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Spiral Skies: Verliebt in die Melodie

Die Entstehung von DEATH IS BUT A DOOR war von Turbulenzen geprägt. Pandemie-Wahnsinn, Kontaktbeschränkungen, Veröffentlichungsverschiebungen und kurz nach Abschluss der Aufnahmen ein Besetzungswechsel innerhalb der Band haben dieses Album zu einer Platte gemacht, die mit gemischten Gefühlen verwebt ist. „Was für eine Reise. Am schlimmsten für mich war dabei, dass wir nicht proben
konnten. Eigentlich treffen wir uns seit sieben Jahren jeden Donnerstag. Das war das erste Mal in meinem Erwachsenenleben, dass ich nicht wöchentlich mit meiner Band zusammengekommen bin. Da habe ich erst gemerkt, wie wichtig das für mich ist, um als Mensch zu funktionieren“, so Frontfrau Frida von ihrem Garten in
Schweden aus über Zoom. „Ich werde dieses Jahr 35, aber eigentlich fühle ich mich noch wie 33, weil die Zeit so stehengeblieben wirkt“, lacht sie.

Ähnlich verhält es sich mit der neuen Platte mit Vintage-Rock-Einschlag, die schon seit einiger Zeit fertig ist. Zum Leben erwecken Spiral Skies ihre neuen Ideen gemeinsam im Proberaum: „In meinen vorherigen Bands war einer für das Songwriting verantwortlich, jetzt entsteht alles bei Jams. Alle steigen gemeinsam in eine Idee ein, ich singe ein bisschen ,Blabla‘ darüber, um ein Gespür für Melodien zu entwickeln. Wenn einige Songgerüste fertig sind, stellen wir ein Mikrofon in die Mitte und nehmen alles auf. Danach setze ich mich hin und mache mir über den Gesang und die Harmonien Gedanken.“ Dabei folgt Frida nur selten klassischen Mustern. Viel eher erinnert ihr ausdrucksstarker Gesang an Künstlerinnen wie Kate Bush, die abseits von vorhersehbaren Pfaden wandeln. „Ich habe früh im Chor angefangen, danach sang ich wirklich hohen Sopran in Symphonic- und Black-Metal-Bands. Als ich bei Spiral Skies einstieg, merkte ich, dass ich nicht alles so perfekt singen muss wie im modernen Metal, sondern dass es auf die Energie ankommt, dass es auch einmal kantig klingen darf. Ich mag Tori Amos, ich liebe es, auch mal auszuflippen, Hysterie in meine Stimme zu legen, die dann nicht typisch schön klingt. Auch, weil ich es nervig finde, wenn ,hübsch‘ und ,harmonisch‘ die einzigen Faktoren sind, die von Frauen verlangt werden. Auf unserem ersten Album habe ich mich noch nicht so getraut, auf DEATH IS BUT A DOOR schon mehr, auf dem nächsten werde ich mich so richtig in diese Richtung vorwagen. Wenn ir live spielen, gehe ich total aus mir raus, das solltest du mal sehen. Da growle ich auch oder schreie richtig verrückt, weil mich die Stimmung so trägt“, so die sympathische Frontfrau schmunzelnd.

Aus diesen Vorlieben ergibt sich auch der vermehrt melancholische, mystische bis düstere Vibe, der auf dem neuen Album vorherrscht: „Ich habe schon immer viel nordischen Folk und Black Metal gehört, weil die Melodien so spannend sind und sich Bildwelten vor dem inneren Augen entfalten. Jedes Mitglied bringt unterschiedliche Einflüsse in diese Band, das wäre wohl meiner“, erklärt Frida. Für die nahe Zukunft wünschen sich Spiral Skies viele Auftrittsmöglichkeiten und zahlreiche Bühnen, um ihr neues Werk live an ein großes Publikum heranzutragen.

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