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Scorpions: Ein unschlagbares Team

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Scorpions: Ein unschlagbares Team

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Rudolf Schenker (Gitarre), Klaus Meine (Gesang) und Matthias Jabs (Leadgitarre) sind in ihrer beispiellosen Karriere bereits durch alle Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts gewandert. Mit über 100.000.000 verkauften Alben und mehr als 5.000 Konzerten in 80 Ländern gehören die Hannoveraner zur absoluten Elite der Rockgeschichte. Anlässlich der am 5. Mai erscheinenden Vinyl-Special-Edition COLOURS OF ROCK reisen die Scorpions mit CLASSIC ROCK noch einmal an die prägnantesten Stationen ihrer Karriere. Der Einstieg von Klaus und Matthias, die Eroberung der amerikanischen Musiklandschaft und die kompositorische Magie des Duos Schenker/Meine sind nur einige Zwischenstopps auf dem rasanten Trip.

Rudolf, Klaus und Matthias, im Dezember 2022 hat sich euer Rücktritt vom Rücktritt zum zehnten Mal gejährt. Die vergangene Dekade lief für euch mega erfolgreich – egal ob man ausverkaufte Arena-Shows auf dem gesamten Globus, eure einmonatige Las Vegas Residency im Planet Hollywood Resort oder das enorm knackige ROCK BELI E VER (2022) als Beispiel nimmt.

Matthias Jabs: Ehrlich gesagt, ist es mir nach wie vor ein Rätsel, wie damals diese Rücktrittsidee überhaupt solche Wellen schlagen konnte.
Rudolf Schenker: Parallel zu unserer „Get Your Sting And Blackout Farewell World Tour“ ist YouTube ein immer größeres Thema geworden. Viele Kids, die mit uns durch dieses Medium zum
ersten Mal in Berührung kamen, wollten die Scorpions verständlicherweise wenigstens einmal live
sehen. Dieser Aspekt war für uns richtig cool, denn eine neue Fan-Generation hat vor der Bühne
richtig abgerockt. Solche berührenden Erlebnisse bringen dich automatisch ins Grübeln: „Ist die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen, richtig?!“ Ich glaube, darauf gibt es nur eine passende
Antwort… Zudem ist die Band schlicht und ergreifend unser Leben! Sich zu Hause hinsetzen und
nichts tun, entspricht nämlich so gar nicht unserer Attitüde.
Klaus Meine: Die letzten zehn Jahre waren einfach fantastisch und fühlen sich wie die Zugabe nach der regulären Setlist eines Konzerts an, die uns das Rock’n’Roll-Leben dankenswerterweise beschert hat. Die Energie während der Shows und der enorme Spaß innerhalb der Gruppe zeigen uns, dass bei den Scorpions noch genügend ›Gas In The Tank‹ ist. In der Retrospektive betrachtet, ist die Entscheidung, nicht aufzuhören, genau richtig gewesen.

Zudem steuert ihr gerade schnurstracks auf 2025 und 60 Jahre Scorpions zu.
Klaus Meine: Die Rolling Stones sind uns mit solchen Jubiläen ja immer ein paar Jahre voraus. Deswegen können wir uns an Mick, Keith und Ronnie ein gutes Beispiel nehmen. Wir schauen einfach mal, wohin uns der Weg führt.

Rudolf Schenker: Schön an solchen Festivitäten sind für mich die Erinnerungen an die Anfangstage der Scorpions. Mit 23 oder 24 bin ich von vielen Leuten massiv belächelt worden: „Was?! Du bist immer noch Musiker? Willst du nicht langsam mal was Vernünftiges machen?“ Im Endeffekt ist es doch so, dass der Begriff„vernünftig“ immer im Auge des Betrachters liegt. Warum soll man sein Leben nach einer Devise leben, von der man nicht hundertprozentig überzeugt ist.
Matthias Jabs: Davor steht für mich am 18. Juni noch mein 45. Jubiläum bei den Scorpions an. Unser 50th Anniversary als Gruppe war ja schon eine richtig coole Angelegenheit und ich bin guter Dinge, dass wir den Sechzigsten ebenfalls gebührend feiern.
Rudolf Schenker: 60 Jahre Rock’n’Roll sind schon eine ordentliche Hausnummer. In all der Zeit haben wir ständig aufs Neue bewiesen, dass die kühne Idee, mit den Scorpions überall auf der Welt zu spielen, eben keine Luftblase oder Spinnerei war.

Der Einstieg von Klaus bei den Scorpions im Winter 1969 ist ein immens wichtiges Ereignis für die spätere Karriere der Band.
Klaus Meine: Als ich damals an diese Weggabelung meines Lebens kam, ahnte ich definitiv nicht, welche Auswirkungen der Wechsel von Copernicus zu den Scorpions nach sich ziehen würde. Rudolf und ich kennen uns schon seit Mitte der 60er. Er hat mir damals seinen Bruder Michael vorgestellt, mit dem ich kurze Zeit später Copernicus gründete. Coversongs von Led Zeppelin, Taste oder Rory Gallagher waren unser Ding. Der Proberaum, in dem wir abgerockt haben, befand sich genau neben dem der Scorpions. Rudolf hat öfter mal ein Ohr riskiert. Er wollte ja hören, was sein kleiner Bruder so treibt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Scorpions außerdem keinen permanenten Sänger. Ende 1969 spielten wir mit Copernicus als Support für die Scorpions in einem Hannoveraner Club. Da ihr damaliger Leadgitarrist Ulrich Worobiec die Gruppe verlassen wollte, hat Rudolf Michael postwendend das Angebot gemacht, bei den Scorpions einzusteigen. Bei der Gelegenheit fand er es wohl auch ganz cool, gleich noch den Sänger mit ins Boot zu holen.
Rudolf Schenker: Das passierte im Deutschen Haus in Sarstedt. Als Klaus mit Mushrooms dort auftrat, hatte ich mir selbstverständlich schon vor diesem gemeinsamen Gig ihre Auftritte angeschaut. Mein lieber Herr Gesangsverein, die Jungs spielten echt gut, und in dem Laden herrschte eine wahnsinnige Stimmung. Die Leute haben auf den Tischen getanzt und die Band richtig abgefeiert … Irgendwann bin ich dann dahintergekommen, warum. Sie haben schlauerweise zu jedem Konzert ihre eigenen Fans eingeladen, um den Rest des Publikums mitzureißen.

Klaus, deine Stimme ist seit eurem Debüt LONESOME CROW (1972) eine der Trademarks des Scorpions-Sounds.
Klaus Meine: Vor Copernicus und den Scorpions habe ich mit The Mushrooms Cover angesagter Rockhits gespielt. Meine Stimme klang zu dem Zeitpunkt glockenhell und klar. Deswegen habe ich mich immens bemüht, mein Organ etwas zu trashen, um mehr im Fahrwasser von Leuten wie John Lennon oder Roger Daltrey zu schwimmen. Über die Jahre hinweg haben sich dank dieser Prämisse meine Stimmbänder immer mehr in Richtung Rock’n’Roll entwickelt.

Apropos trashen: Ungefähr ein Jahrzehnt später hast du aus genau diesem Grund während der Aufnahmen zu BLACKOUT (1982) deine Stimme vorübergehend verloren.
Klaus Meine: In der Dekade zwischen diesen beiden Alben sind meine Stimmbänder ohne Rücksicht auf Verluste gefordert worden. Es war keine Seltenheit, dass wir fünf bis sechs Shows am Stück spielten. Zur Regeneration gab es partout keine Zeit. Auch an immens wichtige Dinge – wie etwa Gesangstechnik oder Warm-ups – habe ich keinen Gedanken verschwendet. Das Gaspedal war quasi immer bis zum Anschlag durchgedrückt … bis mir mein Organ die rote Karte zeigte. Wir befanden uns damals mit unserem Produzenten Dieter Dierks für die Sessions in einer Villa in Frankreich. Schon zu Beginn der Aufnahmen habe ich gemerkt, dass irgendetwas absolut nicht stimmt. Dieter hat ebenfalls schnell realisiert, dass hier etwas Ungutes im Gange ist. Daraufhin bin ich postwendend zum Arzt gegangen. Nach der ersten Diagnose hat mich der HNO-Mediziner gefragt, was ich denn so beruflich mache. Seine Reaktion auf meine Antwort: „Was?! Sie sind Rocksänger? An Ihrer Stelle würde ich mir einen anderen Job suchen.“ Darauf habe ich weitere Ärzte konsultiert, die dankenswerterweise etwas sensibler mit dem Thema umgegangen sind.

Rudolf, ohne eine immens wichtige Klausel, die du seit dem Deal zu LONESOME CROW in jedem eurer Plattenverträge unterbringst, wäre die Geschichte der Scorpions höchstwahrscheinlich „etwas“ weniger global verlaufen.
Rudolf Schenker: Ich war damals nicht nur Gitarrist und Komponist, sondern auch der Manager der Scorpions. Denn in Deutschland war Mitte, Ende der 60er das Management für Bands aus irgendeinem komischen Grund verboten. Also musste man die Geschicke selbst in die Hand nehmen. Um an Gigs zu kommen, war es an der Tagesordnung, mit dem Arbeitsamt zu kooperieren – kurzum: ein ganz anderer Istzustand, als wir ihn heutzutage haben. Für mich stand schon immer – auch vor den Scorpions – die Musik an erster Stelle. Viele Typen wollen ja nur in Bands spielen, um Mädchen abzubekommen. Das ist für mich nie das Primärziel gewesen. Ich bin seit jeher enorm ehrgeizig und zeige maximalen Einsatz und Hingabe. Dieser Einstellung ist es zu verdanken, dass ich nach und nach die richtigen
Leute um mich scharte, die ebenfalls eine internationale Karriere im Sinn hatten.

Wie kann man sich die (Rock-) Musiklandschaft in der Bundesrepublik Ende der 60er/Anfang der 70er vorstellen?
Rudolf Schenker: In Deutschland herrschte damals das Krautrock-Fieber … und damit konnten wir so gar nichts anfangen. Dass sich die Scorpions – um beispielsweise Magazinen wie dem Musikexpress zu gefallen – an diese Szene anbiedern, war ein absolutes No-Go. Uns blieb unterm Strich also nichts anderes übrig, als ins Ausland zu gehen. Zuerst nach Belgien, Holland und Frankreich. Unter anderem die Zeitschrift Rock & Folk aus Frankreich hat uns nach den dortigen Premierenshows mit Lob nur so überschüttet. Genauso lief es bei unserem Einstand in England im Melody Maker. Wie man sich vorstellen kann, sorgten diese überschwänglichen Konzertkritiken in der deutschen Presselandschaft für reichlich verdutzte Gesichter. Für mich stand ab diesem Zeitpunkt fest, dass wir bei Vertragsverhandlungen zwingend eine Veröffentlichungsklausel unterbringen mussten, damit unsere LPs in allen Ländern in den Geschäften standen, in denen wir auftraten. Dank des positiven Feedbacks der Printmedien wanderten unsere Scheiben in Scharen über die Theken der Plattenläden.

Das ganze Titelstory-Interview mit den Scorps lest ihr in CLASSIC ROCK #119

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