Romano Nervoso: Eurockn’n‘ Roll

Der europäische Traum, er ist noch längst nicht gestorben. Zumindest nicht für Romano Nervoso, der ihn voll auslebt. Klingt italienisch? Ist es auch. Mehr oder weniger…

Der Maestro erklärt: „Meine Eltern sind Ende der 60er-Jahre aus Sizilien nach Belgien eingewandert. Ich bin in La Louvière geboren und habe auch immer hier gelebt, wurde aber praktisch als Italiener, mit der italienischen Kultur und Sprache, aufgezogen. Ich fahre auch jedes Jahr zwei, drei Monate dorthin, aber leider ist Italien kein gutes Land, um Musiker zu sein. In Belgien bist du da respektierter, und der Staat gibt dir sogar Geld fürs Musikmachen! Allerdings sieht es für Rockbands auch hier eher düster aus, vor allem hier in Wallonien, dem französischsprachigen Teil des Landes, der überhaupt keine Rocktradition hat.“

Was Romano Nervoso nicht davon abgehalten hat, in Belgien zu einem der großen Rockacts zu werden. Nur: „Das Land ist halt so klein, dass du in 20, vielleicht 30 Clubs auftreten kannst. Da siehst du dann immer wieder dieselben Leute, und das kann schon mal langweilig werden. Deshalb streben wir ins Ausland, nach Frankreich, Großbritannien, und natürlich auch Deutschland.“ Hierzulande dürfte man mit dem neuen Album I DON’T TRUST ANYBODY WHO DOESN’T LIKE ROCK’N’ROLL schnell Freunde finden, denn so frischen, unverkrampften und bissigen Sound gibt es nicht mehr allzu oft zu hören.

Und der hat durchaus Message: „Ich bin so angewidert von der Menschheit, dass ich auf sie draufkotze. Die Welt geht gerade wirklich vor die Hunde. Aber auch wenn ich in den Texten meine Wut ausspucke, bleibt die Musik positiv. So sehr ich Bands wie Muse und Radiohead respektiere, mag ich es nicht, zu weinen. Die Musik muss einfach positive Energie verströmen, das ist eine Botschaft der Liebe und des Feierns. Ich bin niemand, der zu Depressionen neigt. Was wir unbedingt brauchen, ist mehr Liebe auf der Welt. Auf der ganzen Welt!“ Will dem ernsthaft irgendjemand widersprechen?

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