Review: Willie Nelson – RIDE ME BACK HOME

Willie Nelson Ride Me Back Home

Unermüdlich, unübertroffen: Willie steht für Qualität

86 Jahre ist Willie Nelson mittlerweile alt. Von einem Greis ist der Mann aber so weit entfernt wie ein Nichtraucher von einem Aschenbecher. Von wegen Müdigkeit! Von wegen Altersstarrsinn! Der netteste, charismatischste und verkiffteste Cowboy unter der amerikanischen Sonne hat sich sowohl Elan als auch Neugierde bewahren können. Das beweist er erneut mit RIDE ME BACK HOME, der 13. Zusammenarbeit mit Produzent Buddy Cannon. Den gefühlvollen Opener und Titeltrack schrieb Willie gemeinsam mit seinem Freund – und Nashville-Songwriter’s-Hall-Of-Fame-Mitglied – Sonny Throckmorton: eine gnadenlos melancholische Ode an Pferde, die schon mal bessere Tage gesehen haben. Für den graubärtigen Zopfträger sicher eine Herzensangelegenheit, schließlich besitzt er auf seinem Gestüt bei Austin, Texas rund 60 Vierhufer, die er angeblich alle vor dem Metzger bewahrt hat. So wehmütig bleibt das Album allerdings nicht. Schon beim nachfolgenden ›Come On Time‹ zieht er die Zügel deutlich an und beim augenzwinkernden ›It’s Hard To Be Humble‹ gibt’s im Dreivierteltakt jede Menge gute Laune. Natürlich flirtet die Country-Ikone im Verlauf der elf Songs erneut mit anderen Genres: Bei ›Seven Year Itch‹ brilliert er in bluesigen Gefilden, bei ›Stay Away From Lonely Places‹ gibt er den obercoolen Jazz-Bar-Troubadour. Und mit ›Just The Way You Are‹ traut er sich sogar an Billy Joels schönstes Liebeslied – und macht daraus: einen Country-Song. Willie eben.

8/10

Willie Nelson
RIDE ME BACK HOME
SONY

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