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    Review: Wilko Johnson – Das Leben geht weiter

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    Review: Wilko Johnson – Das Leben geht weiter

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    wilko johnsonIrrer Blick, tolle Geschichte.

    Es gibt ein paar fantastische Live-Clips von Wilko Johnsons 70er-Jahre-Band Dr. Feelgood, die beweisen, dass es im britischen Rock kaum einen cooleren Gitarristen gab als diesen Schlacks mit den großen Augen. Der Mann spielt einfache Riffs, doch das macht er dermaßen locker und elegant, dass man gar nicht mehr aufhören möchte, Wilko Johnson beim Gitarrespielen zuzuschauen. Es verwundert nicht, dass der Engländer diesem Stil auch als Autor seiner Biografie treu bleibt. Johnson schreibt klare und einfache Sätze. Doch die haben es in sich. Seine Story beginnt auf einer bizarren Insel in der Themsemündung: Wilko Johnson stammt aus Canvey Island, zwar nur ein paar Meilen von London entfernt, aber doch abgeschnitten von allem, was diese Metro­pole auszeichnet. Hier entdeckte er die Musik, lernte seine spätere Frau und große Liebe Irene kennen und gründete Bands. Mit Dr. Feelgood wurde er erfolgreich. Plausibel erklärt Johnson, warum gerade diese Pub-Rock-Gruppe mit ihren schnittigen, aber konventionellen R’n’B-Songs bei den Punks so beliebt war: „Ich bin kein Musiker, sondern Performer.“ Gitarre üben? Warum? Hauptsache, die Shows sind gut. Schwerpunkt des Buches sind jedoch die jüngst vergangenen Jahre: Wilko Johnson erhielt eine üble Krebsdiagnose. Er schloss mit seinem Leben ab, dann wurde er wieder gesund. Eine irre Berg- und Talfahrt, die er auf eine sehr eigene Art in nüchterner Sprache und mit trockenem Humor beschreibt.

    8/10

    Das Leben geht weiter
    Von Wilko Johnson
    Heyne Encore

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