Review: Van Morrison – THE PROPHET SPEAKS

Van Morrison The Prophet Speaks

Der Prophet spricht.

In der Tat ist es einem nicht allzu oft vergönnt, vom 40. Album eines Künstlers berichten zu dürfen. Wo­­bei es in diesem Fall noch nicht einmal eine große Überraschung ist: Van Morrison ist und bleibt ein musikalisches Ar­­beitstier. Bereits im Frühjahr veröffentlichte er ein Jazz-Werk und legt nun mit einem angejazzten Blues-Album nach. Andere mögen im Alter ruhiger werden, sich vielleicht aus Gewohnheit alle paar Jahre mal im Studio blicken lassen – Van „The Man“ Morrison scheint dort zu wohnen, täglich aufzunehmen, zu interpretieren und zu schreiben. Er denkt nicht mal daran, seinen Output auch nur ansatzweise zu drosseln. Nach KEEP ME SINGING von 2016, ROLL WITH THE PUNCHES (2017), VERSATILE (2017) und besagtem YOU’RE DRIVING ME CRAZY geht er einen weiteren Schritt auf dem Weg, seine Songs jenen gegenüberzustellen, die ihn zu seiner Musik inspiriert haben. Dieses Mal schnappt er sich beispielsweise ›Gonna Send You Back To Where I Got You From‹ von Eddie „Cleanhead“ Vinson, John Lee Hookers ›Dimples‹ und ›Laughin’ And Clownin’‹ von Sam Cooke, packt sie in ein überwiegend orgelgestütztes, angejazztes Bluesgewand, das ein wenig an Jimmy Smiths Blues-Phase erinnert, und macht sie sich auf erstaunliche Weise zu Eigen. Dazu gibt’s passendes Material aus eigener Feder, das runtergeht wie die alten Klassiker. In diesem Sinne: Wenn der Prophet spricht – zuhören!

8/10

Van Morrison
THE PROPHET SPEAKS
CAROLINE INTERNATIONAL

Text: Christoph Ulrich

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