The Who – MY GENERATION

-

The Who – MY GENERATION

- Advertisment -

who my generationPhänomenale Luxusausführung: das letzte Wort zur ersten Platte.

Nachvollziehbar ist es bis heute nicht, doch was das Reper­toire der Who be­­trifft, herrscht zwischen Kritikern und Rock-Fans meist ein beinahe unheimlicher Konsens: Die Werke zwischen TOMMY und QUADROPHENIA gelten allesamt als Großtaten, danach – erst recht nach Keith Moons Tod 1978 – ließen The Who deutlich nach und davor waren sie eben eine typische Singles-Band, die den zeitgenössischen Alben von Kinks, Stones und Beatles wenig entgegen zu setzen hatte. Da muss man zweifellos widersprechen: MY GENERATION, ihr im Dezember 1965 veröffentlichtes Debüt­album, ist nicht weniger kraftvoll und stringent als zeitgleiche Werke der besagten Kollegen. Von den Beatles sicherlich abgesehen, aber mit denen konnte damals ohnehin niemand mithalten. Wäh­rend Stones und Kinks ihre Eigenkompositionen um Blues-, R&B- und Rock’n’Roll-Nummern anderer Autoren ergänzten, stürzten sich The Who eben vorrangig auf Soul – ganz besonders auf James Brown. Wenn sich blasse Jugendliche aus Shepherd’s Bush am Werk von Mr. Dynamite versuchen, kann das böse enden, doch The Who, allen voran Sänger Roger Daltrey, geben sich bei ›I Don’t Mind‹ und ›Please Please Please‹ keine Blöße. Doch der wirkliche Maßstab sind natürlich die eigenen Stücke, darunter der ikonengleiche Titelsong, das düstere ›The Good’s Gone‹, ›The Kids Are Alright‹ mit seinen wunderbaren Pop-Harmonien, das kraftvolle ›Much Too Much‹ und nicht zuletzt ›Out In The Streets‹, falls man mal eben mit der Lambretta unterm Hintern und „Purple Hearts“ im Blut runter nach Brighton muss. Einziger Ausfall: ›La-La-La-Lies‹, bis heute viel zu harmlos und schlagerhaft. Kann man mit dem Material jener Zeit fünf CDs füllen? Man kann, denn neben den originalen Mono- und Stereo-Versionen liefert die Box zwei weitere Scheiben mit Bonus-Tracks (ebenfalls Mono und Stereo), darunter Alternativ-Takes, B-Seiten und Studioversionen damaliger Live-Favoriten, was noch mehr deftige Mod-Soul-Nummern mit Daltreys kernigem Gesang und Moons manischem Getrommel bedeutet. CD Nummer 5 präsentiert dann elf von Pete Townshends Demo-Aufnahmen, entstanden zwischen 1964 und 1966 in seinem Heimstudio. Als Zugabe gibt’s zwei zeitgenössische Konzertposter sowie Flyer, Ein­trittskarten und ein 80 Seiten starkes, reich bebildertes Buch mit erhellenden Liner Notes von Mark Blake, Andy Neill und Pete Townshend. Womit das letzte Wort in Sachen The Whos erstem Album gesprochen sein dürfte.

10/10

The Who
MY GENERATION
UNIVERSAL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Rückblende: Ramones – ›Rockaway Beach‹

Nachdem er nach New York gezogen war, um seinem gewalttätigen Vater zu entkommen, schrieb Doug Colvin, der zukünftige Dee...

Traffic: Jim Capaldi – Dear Mr. Fantasy

Mit Traffic machte Jim Capaldi wunderschöne Musik undschrieb einige Klassiker der 60er und 70er. Auch seineSolowerke zeigten seine Klasse...

Vanderlinde: MUY RICO

Rock mit Nachtfahrt-Feeling In den gut eineinhalb Dekaden ihres Bestehens haben sich die niederländischen Soft- und Americana-Rocker um Mastermind Arjan...

St. Paul & The Broken Bones: THE ALIEN COAST

Vom Soul-Himmel der 70er in die Wirren der Gegenwart St. Paul & The Broken Bones brechen mit der Vergangenheit. Auf...
- Werbung -

Pictures: IT’S OK

Straighter Indierock mit toller Laut-leise-Dynamik Wie einfach Rock’n’Roll doch sein kann: Ein klarer Beat, ein stoischer Bass, das Dröhnen einer...

Madrugada: CHIMES AT MIDNIGHT

Die Meister der Dämmerungsmusik So richtig war ja nie klar, weshalb es Madrugada nur in ihrer norwegischen Heimat zu Superstars...

Pflichtlektüre

The Beach Boys

Es ist eine der Reunions des Jahres: Zum 50-jährigen...

Filme: Drive

Los Angeles hat wenig mit einem tatsächlichen Ort zu...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen