Review: The Melvins – WORKING WITH GOD

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Review: The Melvins – WORKING WITH GOD

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Übersteuerte Gitarren, aber nicht ohne Humor

Indie mit Punk/Grunge-­Ethos (oder umgekehrt), Heavy Metal mit Humor? Das können nur die Melvins sein. Gleich beim ersten Song des Nachfolgers zu PINK US ABORTION TECHNICIAN (2018) tritt das 1983 gegründete Trio aus dem US­-Bundesstaat Washington den Beweis an, dass es seinen Sinn für Humor nicht verloren hat. Denn ›I Fuck Around‹ ist eine überdrehte, aber respektvolle Coverversion des Beach­Boys­-Klassikers ›I Get Around‹, bei dem es offenbar darum ging, so oft wie möglich das schöne Wörtchen ›Fuck‹ unter­zubringen. Und auch wie man Gitarren brachial übersteuert und sie beständig Monster-­Riffs ausspucken lässt, haben sie genauso wenig ver­lernt. Die Songs sind heavy, richtig heavy, laut und schmutzig, dennoch ist das natürlich kein Heavy Metal, wie er im Buche steht. Dafür streuen Gründungsmitglied Buzz Osborne, Dale Grover und der zurückgekehrte Original­-Drummer Mike Dillard zu viele verstörende Komponenten ein wie etwa Noise-­Soli an der Grenze zur reinen Abstraktion, Spoken­Word­-Passagen, irre Rückwärts­-Gimmicks, Doo­-Wop-­Einsprengsel oder abstruse Skizzen wie ›Brian, The Horse­ Faced Goon‹. Ganz neu ist dieser Ansatz 2021 zweifelsohne nicht, aber er macht immer noch verdammt viel Spaß.

7 von 10 Punkten

The Melvins/WORKING WITH GOD/IPECAC/PIAS/ROUGH TRADE

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