The Kinks – LOLA VERSUS POWERMAN AND THE MONEYGOROUND PART ONE (50TH ANNIVERSARY EDITION)

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The Kinks – LOLA VERSUS POWERMAN AND THE MONEYGOROUND PART ONE (50TH ANNIVERSARY EDITION)

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Das achte Kinks-Studiowerk als Jubiläums-Luxus-Box

Stets in Konzepten dachte Ray Davies spätestens ab THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY (1968), wobei schon die Vorgänger FACE TO FACE (1966) und SOMETHING ELSE BY THE KINKS (1967) stark konzeptionelle Tendenzen aufwiesen. Im Nachhinein relativiert sich auch die kommerzielle Erfolglosigkeit der Londoner Band um die ewig zerstrittenen Davies-Brüder Ray und Dave zum Ausklang der Swinging Sixties – Dekaden später steht einfach das Gesamtwerk über den Ereignissen einzelner Epochen. Zumal der Tonträgermarkt sich zeitgleich von Singles auf LPs umstellte. Dass dann ausgerechnet ein UK-Top-2-Hit namens ›Lola‹ das Comeback der seit der Single ›Autumn Almanac‹ von 1967 etwas glücklosen, nunmehr um Keyboarder John Gosling auf Quintettstärke erweiterten Kinks einläutete, darf als Ironie des Schicksals gewertet werden. Eine urige Story über die amouröse Begegnung eines jungen Mannes mit einem Transvestiten in einem Nachtclub in Londons Amüsierviertel Soho, die den Glam-Rock-Boom ebenso vorweg nahm wie die LBGTQBewegung. Ebenfalls respektabel operierte die zweite Vorab-Auskopplung ›Apeman‹ über einen jungen Städter, der der urbanen Moderne überdrüssig wird. Indes skizzierte in unverhohlen offenen Versen das Satire-Konzept LOLA VERSUS POWERMAN AND THE MONEYGOROUND, PART ONE die kruden Mechanismen der Musikindustrie. Da bekamen alle eins übergebraten, von den geldgierigen Verlagen (›Denmark Street‹) über die pingeligen Gewerkschaften (›Get Back In Line‹), die öde Tourneeroutine (›This Time Tomorrow‹, ›A Long Way From Home‹) sowie die von Hype und Payola verseuchte Hit-Maschinerie (›Top Of The Pops‹) bis hin zu den ausbeuterischen Managern und Buchhaltern (›The Moneygoround‹) reichte die scharfsinnige Analyse. Dass The Kinks sich auch stilistisch durchaus auf 70er Zeitgeist-Niveau bewegten, unterstrichen die Adaptionen beim Bluesrock (›The Contenders‹), Hardrock (›Rats‹) und Folkrock (›Strangers‹, ›Got To Be Free‹). Zwischendurch flammte immer wieder mal Davies’ ewige Treue zum Vaudeville auf. Zum Jubiläum erhält LOLA VERSUS POWERMAN AND THE MONEYGOROUND, PART ONE eine opulente 8-Inch-Geschenkbox mit drei Silberlingen: Da paaren sich, digital optimiert, die 13 Originalsongs samt Single-, Mono- und Alternativ-Mixen mit aus Archivtiefen zutage geförderten 29 unveröffentlichten Tracks (u. a. Alternate Versions, New Medleys & Mixes, Demos, Soundtrack, Konzertmaterial). Als Sahnehäubchen fungieren zwei Repliken der 7-Inch-Singles ›Lola‹ und ›Apeman‹, ein 60-seitiges Hardcover-Buch sowie vier Artcards.

9 von 10 Punkten

The Kinks, LOLA VERSUS POWERMAN AND THE MONEYGOROUND, PART ONE (50TH ANNIVERSARY EDITION), BMG/SANCTUARY/WARNER

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