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The Fratellis – HALF DRUNK UNDER A FULL MOON

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Britische Retro-Hymnen mit Schmiss und Schmackes

Wer „The Fratellis“ schreibt, der muss auch ›Chelsea Dagger‹ schreiben, richtig? Auch wenn es nun fast 15 Jahre her ist, dass dieser Song den drei zerzausten Schotten einen kometenhaften Durchbruch bescherte. Und während der unzerstörbare „Dö-Dö-de-döp-dö-de-döp!“- Refrain ihres Welthits nach Corona wieder von den Fußballtribünen der Welt schallen wird, mühen sich The Fratellis verzweifelt, zurück ins Bewusstsein der Hörer zu kommen. Stimmt das? Jedenfalls nicht, wenn man ihr sechstes Album zum Maßstab nimmt. Hier klingt das Trio vor allem eins: unbemüht. Ein Versuch, krampfhaft einen Nachfolger für den Haudrauf-Welthit zu kreieren, ist weit und breit nicht zu hören.

Stattdessen liefern Jon, Barry und Mince Fratelli bunte, verspielt aufgebauschte Ohrwürmer voller Streicher und Schellen, die sich bei klassischen Vorbildern der 60s und 70s bedienen und bei denen smarte Akkordwechsel Vorrang vorm Mitgrölfaktor haben. Mal kommen The Kinks und Donovan, mal Phil Spector und Glam Rock, mal Indie-Rivivalisten à la Supergrass oder The Coral in den Sinn. Genauso gut kann man sich vorstellen, dass England einen dieser Songs in den 70s als Beitrag zum Eurovision Song Contest geschickt hätte.

7 von 10 Punkten

The Fratellis, HALF DRUNK UNDER A FULL MOON, COOKING VINYL/SONY

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