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    Review: The Beatles – LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL

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    Review: The Beatles – LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL

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    beatles hollywood bowlErstmals auf CD: Auszüge der 64er und 65er Shows aus Los Angeles.

    Seltsam, aber dennoch wahr: The Beat­les veröffentlichten zu ihren Lebzeiten keinen of­­­­fi­­ziellen Konzert­mitschnitt, LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL erschien erst 1977. Jetzt, 39 Jahre später, kann man das denkwürdige Werk erstmals auf CD ge­­nießen – und nebenbei die zwischenzeitigen Fort­schrit­­te bei der Bearbeitung antiker Li­ve-Aufnahmen bewundern. Bei der alten Vi­­­nyl-Ausgabe dürfte Produzent George Mar­­tin der Verzweiflung nahe gewesen sein, denn die korrekte Balance aus musikalischem Bühnenpro­gramm (laut) und gutturalem Pub­­li­kumsgeschrei (mitunter wesentlich lauter) zu finden, war ge­­wiss ein Kraft­akt, zumal das Ausgangsmaterial auf Drei­spur-Band akustisch nur unvollkommen ge­­trennt gewesen sein dürfte. Sohn Giles Mar­tin hat mittlerweile bessere Technik zu Ver­fügung, weshalb die Neuausgabe wirklich sehr, sehr ordentlich klingt. Und was hören wir? Die Beatles in – verglichen mit manch an­­­­­­deren Shows ihrer damaligen Tourneen – äußerst res­­pektabler Form. Selbst der Har­mo­­­­­­­nie­ge­­sang passt, trotz fehlender Moni­tor­­­­lautsprecher und be­­sagter Neben­ge­räusche aus dem Au­­di­­­torium. Die Band spielt sich kraftvoll und gewohnt zügig durch ein klassisches Best-Of-Pro­gramm je­­ner Zeit, und wer jetzt noch immer behauptet, die Beatles wären eigentlich nicht Rock, sondern eher Pop gewesen, dem sollte man mor­­gens um vier ›Dizzy Miss Lizzy‹ in den Player legen, ohne Vorwarnung und mit an­­gemessenen 110 Dezibel Schalldruck. Zu den 13 Tracks der einstigen Vinyl-Aus­gabe ge­­sellen sich vier Bonus-Nummern (›You Can‘t Do That‹, ›I Want To Hold Your Hand‹, ›Everybody‘s Trying To Be My Baby‹ und ›Baby‘s In Black‹) sowie ein Be­­gleitheft in­­klu­­­si­­ve zeitgenössischer Zei­­tungsausschnit­te, neuer Liner No­­tes und George Martins Original-Kom­men­­tar zur 77er-LP-Ausgabe. In der Kategorie „char­­mantes Zeitdokument“ ist das simultan zu Ron Howards Film „Eight Days A Week – The Touring Years“ er­­schei­nende Al­­bum ohnehin nicht zu toppen. Echt verrückt: Wie sich das Kreischen des perfekt konditionierten Pub­likums dramatisch po­­tenziert, wann immer die Beat­­les in­­nerhalb eines Songs auch nur einen Zacken zulegen, also gemeinhin bei jeder Middle-Eight. Das ist wah­­re Begeisterung, stets kurz vor der Hysterie und demnach: absolut großartig. Es gibt eine neue Veröffent­lichung der Beatles. Weihnachten kann also wirklich kommen.

    9/10

    The Beatles
    LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL
    APPLE/UNIVERSAL

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