Review: Sturgill Simpson – SOUND & FURY

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Review: Sturgill Simpson – SOUND & FURY

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Ihr wolltet Country? Ihr kriegt Samurai-Spacerock! Plus Netflix-Film!

Oha, da werden ein paar Fans aber jammern! Nach dem Bluegrass-Debüt HIGH TOP MOUNTAIN (2013) und dem Outlaw-Retro-Meisterstück METAMODERN SOUNDS IN COUNTRY MUSIC (2014) hatten sie Sturgill Simpson zum Retter des Ur-Country auserkoren. Der aber hatte anderes vor. Auf A SAILOR’S GUIDE TO EARTH (2016) fuhr er Bläser und Streicher auf, was einigen Puristen schon zu viel war. Die forderten, Sturgill solle gefälligst in den Schoß des Country zurückkommen. Nun ist der 41-jährige Spätstarter aus Kentucky aber ein knorriges Original. Er hat bereits als Marinesoldat die Welt umschifft, nach seiner Militärzeit ein wilde Pilze- und LSD-Zeit in Seattle durchfeiert und schließlich mehrere Jahre als Eisenbahner gearbeitet, bevor er es noch mal in Nashville versuchte. Den Durchbruch schaffte Sturgill kompromisslos auf eigenem Label – und eigenes Risiko. So jemand lässt sich nichts vorschreiben. Also ging’s ohne Vorgaben mit der Band ins Studio „… und raus kamen wir mit einer dampfenden, räudigen Rockplatte. Es ist meine psychedelischste Platte und meine heavieste“. Nicht nur das: „Dann fand ich, es wäre cool, zu diesen Songs ein Anime zu drehen, und am Ende hatten wir einen post-apokalyptischen Samurai-Film“. Ernsthaft jetzt! SOUND & FURY ist Southern Rock mit Synthies. Es klingt, als jammten ZZ Top mit Captain Future. Dazu gibt’s parallel einen Netflix-Anime, und zwar nicht von irgendwem, sondern von Kenner-Regisseur Junpei Mizusaki. (Sturgill war lange in Japan stationiert, hat die dortige Kultur zu schätzen gelernt.) Ein Gesamtpaket, so unerwartet wie ambitioniert – aber, und das ist das Wichtigste: hittig!

8/10

Sturgill Simpson
SOUND & FURY
WARNER

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