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Ry Cooder – THE PRODIGAL SON

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Ry Cooder The Prodigal Son

Der Meistergitarrist hat ein höchst politisches Americana-Album aufgenommen.

Der Begriff „Alterswerk“ kann et­­was Abfälliges haben, wenn man damit eine Altherren-Kapelle meint, die im Herbst ihrer Karriere weiter Musik veröffentlicht, die so klingt wie früher – leider nur schlechter. Ry Coo­der ist da ganz anders. Der 71-jährige Gitarrist aus Los Angeles, der mit den Stones, Captain Beefheart, den Beach Boys, Randy Newman und Ali Farka Touré gespielt, für Wim Wenders magische Filmmusikmomente geschaffen und mit BUENA VISTA SOCIAL CLUB das erfolgreichste Weltmusikalbum aller Zeiten aufgenommen hat, wird anscheinend im Alter immer wagemutiger, experimenteller und radikaler. Denn THE PRO­DIGAL SON ist auf der Oberfläche eine Reise zurück in historische Americana-Tiefen von Blues, Gospel und Country, funktioniert zugleich aber auch als politisch-künstlerische Auseinander-setzung mit vergangenen und höchst aktuellen Entwicklungen wie der Flüchtlingsproblematik (›Everybody Ought To Treat A Stranger Right‹) bis hin zu ›Gentrification‹. Besondere Brisanz erhalten die Songs durch die vom Archaischen ins Zeitgenössische fließende Spielweise von Ry Cooder und die abstrakt-verfremdeten Klang­landschaften einiger Stücke, die bisweilen an den späten Tom Waits erinnern.

7/10

Ry Cooder
THE PRODIGAL SON
FANTASY/UNIVERSAL

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