Review: Rick Springfield – ORCHESTRATING MY LIFE

Rick Springfield Orchestrating

Mit Orchester und so.

Schon länger schlägt ein inflationärer Orchesterwahn in Rock- und Pop­musik um sich, gefühlt jeder zweite Star meint, seine großen Hits nochmal zusammen mit Violine und Co. einspielen zu müssen. Was im Einzelfall mal als nette Idee gewertet werden konnte, entwickelte sich flugs zum monströsen Marketingclou mit dem Prädikat „besonders Ausschlachtungs-gefährdet“. Den etwas Wilderen unter den Rock-Acts muss man bei allem Unmut wenigstens zugestehen, dass sie durch die orchestrale Neugewandung ihrer Kracher eine Art Antithese schaffen und so immerhin ein Über­raschungs- bzw. Spannungsmoment erzeugen. Wenn jedoch Rick Springfield seine Songs von einem Or­­chester begleiten lässt, dann bewegt sich da irgendwie nicht sehr viel. Und zwar weder in eine positive, noch in eine sonderlich negative Richtung. Am auffälligsten ist am Ende wohl, dass der sympathische 80er-Pop-Charme, von dem seine ganz großen Songs wie ›Jessie’s Girl‹, ›Love Somebody‹ oder ›Kristina‹ leben, auf ORCHESTRATING MY LIFE von der Neu­produktion niedergebügelt und von der Streicher­fraktion leicht zusammengestrichen wird. Wenn Rick Springfield daraus künstlerische Befriedigung zieht, soll er natürlich um sein Leben orchestrieren. Viele werden sich wohl trotzdem und verständlicherweise weiterhin lieber die Originalaufnahmen zu Gemüte führen wollen.

5/10

Rick Springfield
ORCHESTRATING MY LIFE
AUGUST DAY RECORDINGS/ROUGH TRADE

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here